Band 
Zehnter Band.
JPEG-Download
 

73

gärn wählen ließ/ furchtbar verheerende Züge bis vor Wien. Alssie jedoch auch in Mähren eindrangen/ verließ sie das Glück.Sie wurden geschlagen, ebenso der Jägerndorfer von Wallen-stein. Durch diese Unfälle wurden die Ungarn des Kriegesmüde und da sie zum großen Theile ihrem alten Herrn, demKaiser, sich wieder zuwandten, schloß Bethlen (Anfangs 1622)zu Nikolsburg einen Frieden, worin er aus die Krone von Un-garn zu Gunsten Ferdinands verzichtete, dagegen sieben Ge.spanschaften zu lebenslänglicher Nutznießung, auch Titel undWürde eines Reichssürstcn erhielt. Den zum Gehorsam zurück,kehrenden Ungarn sicherte ihr König eine Amnestie zu. Im fol.genden Jahre ließ sich zwar Bethlen abermals durch den Mark.grasen von Jägerndorf und Manüfeld zu einem Fricdenübruchbewegen, aber er mußte abermals Frieden schließen und ein noch.mals wiederholter Einfall (1626) hatte ebenso wenig Erfolg.Bald darauf (1629) starb er.

Fürstliche Abenteurer und Freibeuter.

Die Union war aufgelöst, aber manche Mitglieder derselbenbliebe;! dem Kaiser feindlich gesinnt und unterstützten, wie siekonnten, die Freibeuter, welche auf eigene Faust den Krieg fort.führten und von einem Theile des Reiches nach dem andernhinüberspielten. „War eS doch, als wenn die alte Erinnerungaus der Völkerwanderung wieder wach geworden wäre, wo ein.zelne kühne Männer unter den Franken oder Alamannen sich zuHeersürsten auswarfen und mit ihren Gefolgschaften auszogen,um Beute zu machen oder ein Stück Land zu erobern. Wie damalserhoben sich einzelne Fürsten und Herren, sammelten auf eigeneFaust Söldner, welche den Pflug oder die Werkstatt verließen,um ein abenteuerliches räuberisches Leben in aller Ungebunden,heil zu führen. Nur darin unterschieden sich diese ncuenKriegs.Herren von den alten, daß sie nicht wie diese nach dem feindlichenAuölande sich wendeten, sondern ihr eigenes Volk überfielen.Leicht war ein Vorwand, leicht ein Namen für den Beginn desKriegs gefunden und eben so unbedenklich wieder aufgegeben.Leicht ernährten sie ihre Schaaren, so lange es noch Klöster aus.zurauben, Kirchcngesäße zu stehlen, Brandschatzungen von wehr.losen Orten zu erpressen gab. Wo es gerade fehlte, halfen sichdie Söldner selbst durch unbarmherzige Plünderungen, mit dengräulichsten Missethaten das flache Land verwüstend. Tapfere