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Zehnter Band.
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aufgefordert/ Abhülfe eintreten zu lassen/ daS Kriegsvolk zu ver.mindern; da aber diese Befehle umgangen wurden — wie diesnamentlich hinsichtlich der Belagerung von Srralsund schon er-wähnt ist — drangen die Fürsten auf Absetzung deö Feld.hauptmannö. Der von allen Seiten gedrängte Kaiser ließ fichdazu bewegen/ einen Kurfürstentag nach RegenSburg auszuschrei-beN/ in der Hoffnung, bei dieser Gelegenheit die Erwählung sei.neö Sohnes Ferdinand, der schon König von Ungarn undBöhmen hieß, zum Römischen Könige durchzusetzen. Bei derMachtstellung, welche er dem Aeußcrn nach einnahm, ließ derErfolg sich kaum bezweifeln. Bald aber nahm alles eine den Ab.sichten des Kaisers widersprechende Gestalt an. Die beiden Kur.fürsten von Sachsen und Brandenburg erschienen nicht persönlichtrotz der dringendsten Einladung, und der Ton, in welchem sieihr Ausbleiben nicht sowohl entschuldigen als verkündigen ließen,legte deutlich an den Tag, daß die zeitherige Furcht vor demKaiser schon durch andere Berechnungen und Aussichten gernin.dcrt worden war. Dazu kam, daß die katholischen wie die pro.testantischen Kurfürsten diesmal ihre sonstige Opposition widereinander bei Seite stellten, und sich zu einer gemeinsamen Oppo-sition gegen den Kaiser vereinigten. Dazu kam fernerhin dieEinmischung der französischen Politik.

Kardinal Richelieu, der wohl wußte, daß die deutschenFürsten die Fortdauer des Krieges wegen der mantuanischen Erb.folge ungerne sahen, schickte den Botschafter in der Schweiz,Brulart von Leon, mit ihm den Franz Leelerc vonTremblay, bekannter als Capuciner-Pater Joseph, nach Re.gcnsburg als Agenten. Namentlich Letzterer soll die Aufgabe ge.habt haben, den Kurfürsten von Bayern zu der Vorstellung anden Kaiser zu bewegen, daß ohne Wallensteins Entlassungdie Wahl eines römischen Königs nicht ehrenhaft sein würde,indeß der Kapuciner selbst dem Kaiser angedeutet habe, auf solcheWeise würde die Erwählung auch für ihn rühmlicher sein; ohne-dem könne nach einigen Monaten der Oberste Feldhauptmannwieder in seine Stelle eingesetzt werden. Leicht habe der Mönchden Kurfürsten gewonnen und ebenso sei der Kaiser in die schlauangelegte Schlinge eingegangen, habe nachher jedoch sich geäußert:„dieser Capuciner hat mich mit seinem Scapulicr wehrlos gemacht,zugleich sechs Kurhüte in seine Capuze gesteckt." Diese Anekdote,

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