Band 
Zehnter Band.
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das Gesuch um Entlassung WallenfteinS längst vorbereitetund so gab er endlich der unabweisbar gewordenen Forderungnach; aber es sollte in einer Weise geschehen, die möglichst scho.

kendmachung jener Lüge. Es bestand nämlich wirklich ein Confidenz-rath (wie leicht in einen Couscienzrath Umzugestalken!). Diesem engernCollegium wurden Einlaufe von der mainzischen Kanzlei alsbald zurBegutachtung überwiesen, diese schriftlich abgefaßt, hieraus, bisweilen inganz kurzer Frist, vor dem gesammten Geheimen Rath in Gegenwartdes Kaisers und des Königs von Ungarn verlesen, und entweder geneh-migt oder auch abgeändert." Hurt er führt sodann den Beweis, daß langeein gutes Einverständniß zwischen dem Kurfürsten von Bayern undWollenstem bestand und fährt hierauf fort: „Das Wahre an der Sachein Beziehung auf das Bestreben, Wollenstem von dem Oberbefehl zuentfernen, ist, daß der Kurfürst von Mainz, der der Behandlung desEichsseldes und der Erschöpfung der Wetterau wegen unter den geist-lichen Kurfürsten am bittersten sich zu beklagen hatte, auch der Erstewar, der von der Nothwendigkeit sprach, den Kaiser anzugehen, er soll«die Leitung des Kriegswesens in andere Hände legen. Auch für Nansts(8toria äolla. Leg. Ven.) Nachricht, daß Wallensteins Entlassung demKaiser als Bedingung der Wahl seines Sohnes Ferdinand zum römi-schen König sei gestellt worden, findet steh in den Akten und in derreichhaltigen Korrespondenz der beiden vornehmsten Kurfürsten nicht die

entfernteste Spur.-Wallensteins zahlreiche Freunde bemühten sich,

den Kaiser zu überzeugen, daß er keinen treuern Diener habe, als sei-nen Feldherrn, indeß er ihm durch andere als höchst verdächtig geschil-dert wurde. An dieses reihten die aus allen Gegenden des Reichs baldtäglich zusammenlaufenden Klagen sich an, die flehentlichen Bitten derKurfürsten, ein Gesuch des Königs von Ungarn, an Wallensteins Stauden Oberbefehl ihm zu übertragen. Dieses alles bearbeitete den Kaiser.Er fand sich zwischen seine redliche Gesinnung und die Gunst, die erseinem Feldherrn zugewendet, in die Mitte gestellt. Zn jener versicherteer einem Abgeordneten des Kurfürsten von Bayern: „der Herzog vonFriedland sei in Reden und Moribus etwas grob; er aber werde ihmnicht mehr gestatten, als sich gebühre." Unter Thränen sprach er jenemAbgeordneten von einem Traum der letzten Nächte, in welchem er undder Kurfürst einander i» die Arme gefallen wären und, wie er bei demErwachen gemerkt, aus Liebe geweint hätten. „Ich wünsche, fügte derKaiser bei, daß dieser Traum ein Vatioinium und in das Werk gerich-tet werde." Dennoch wieder konnte der Kaiser seinen Feldhauptmanunicht aufgeben, wendete er fortan sein Vertrauen ihm zu. Hurre«legt dar, daß Ferdinand den Entwürfen seines Feldherrn fremd war.„Dieser aber scheint dieselben um so weniger aufgegeben zu haben, jenäher die Zeit des Konvents zu Regensburg heranrückte. Bei demKönig von Frankreich weckte die Ansammlung von Truppen im Rhein-