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Abscheu vor jedem Studium hervorrief. Während der Empö.rungen gegen seinen Vater entwickelte sich in ihm auch eine blu-tige Strenge, so daß er im Andenken der Schweden als einUngeheuer lebt, dessen Thaten sehr übertrieben werden. Erknüpfte ein Verhältniß an mit der sehr schönen Dyveke, derenMutter Sigbrit WillinS, eine Obfthändlerin aus Amster.dam, eine Frau von einem ihren niedrigen Stand und ihreSitten bedeutend überragenden Geiste war. Aus den Berichtenvon Charlatancn, Barbieren und Leuten ähnlichen Schlages,welche die von ihr zu Bergen eröffnete Kneipe oft besuchten, wobsie Erzählungen von den Vorfällen in der Stadt und in den Fa-Milieu, wovon der König nicht minder angelockt worden war,alS von den Reizen ihrer Tochter. Dazu kommt, daß sie vonden Einrichtungen und dem Handel der Niederlande unterrichtetwar und von der Politik mit einer Sicherheit und einem Ver.ständniß zu reden wußte, welche mir der unwissenden und lästigenAnmaßung seiner Pedanten in geradem Gegensatze standen. WaSWunder nun, wenn Christian sich gänzlich diesen Beiden über-ließ? Weder Thron noch Ehe, ja nicht einmal der Tod ihrerTochter selbst vermochten die Geltung der Sigbrit zu schmälern,welche ihm ihre niedrigen Leidenschaften, Haß drS Klerus undAdelS und Eifersucht gegen die Hanseaten, einzuflößen verstand.
Bei seiner Anerkennung als König hatten die Dänen undNorweger neue Bedingungen gestellt, unter andern, daß er demAdel die Rechtspflege in den Kriminalfällen, welche eine Geld-buße von vierzig Mark nicht überstiegen, überlassen und für dieZusicherung der Nachfolge irgend eines Andern keine Schrittethun solle. Diese Zugeständnisse waren Christian äußerst lästigund sein ganzes Streben ging dahin, die beiden Hemmschuhe derköniglichen Macht, Adel und Klerus, sowie die hanseatische Ver-bindung, die Beherrscherin Skandinaviens, zu erniedrigen, undin diesem Streben entwickelte er eine energische Geschicklichkeit,einen großen Scharfsinn und eine fast wilde Halsstarrigkeit.
Auch Schweden harre ihn als König anerkannt (1518); aberdie Zögerung des ReichSverweserS Slenon Sture's II mitder Ucbcrtragung der Herrschaft nöthigte Christian, mit einemHeere seinem Rechte Geltung zu verschaffen zu suchen; doch seinZug mißglückte, und geschlagen wandte er sich an Leo X, dernach einer vergeblichen Anmahnung an Stenon Sture, daSReich abzutreten, die Nation mit dem Banne belegte. Größere