Band 
Zehnter Band.
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begangene Leichenfeier ohne Störung vorüber. Dann aber er.klärte der mit einem zahlreichen bewaffneten Gefolge erschieneneHerzog Karl dem Könige ohne Umschweife, vor der Bestätigungjener Beschlüsse könne von der Krönung keine Rede sein. AlsSigismund hierauf nicht eingehen wollte, schwuren die Ständeauf den Knieen, nie und nimmer von diesen Beschlüssen abzu-gehen. Ja, sie erklärten noch ferner, kein Katholik könne inSchweden irgend ein Amt bekleiden und wer immer zur katho-lischen Kirche übergehe, oder seine Kinder in derselben erziehenlasse, mache sich damit deS schwedischen Bürgerrechts verlustig;eö dürften sich wohl Katholiken im Lande aufhalten, so langesie sich nicht gegen die Geseye verfehlten, aber Gottesdienst dürfenirgends nach katholischem Ritus gehalten werden, außer in derkatholischen Kapelle. Und da Sigiömund noch die weitereDemüthigung erfahren mußte, daß ihm der Reichsverweser drohte,die Stände zu entlassen, wenn er nicht binnen Tagesfrist eineErklärung gebe, da sah der König, daß er sich unterwerfen,oder auf seine Krone und aus die Hoffnungen der Kirche ver-zichten müsse. Er wählte das Erstere, willigte in die Forderungender Stände und ward gekrönt. Sigismund glaubte nun denEntwürfen seines Bruders ein Gegengewicht in der großen Er-Weiterung der Rechte des Adels entgegensetzen zu müssen, aberer konnte doch darum nicht hindern, wenn er auch die Grenzender beiderseitigen Gewalt von ReichSverweser und Reichsrathunbestimmt ließ, daß jenem der Hauptantheil in der Regierungdes Landes zufiel. Indeß entband er doch vor seiner Abreise(1594, Juni) die Statthalter in den Provinzen des Gehorsamsgegen ReichSverweser und RcichSrath durch geheime Vollmachten.Die Feindseligkeit gegen die Katholiken gedieh jetzt schon fast biszum Bürgerkriege, doch ward derselbe für jetzt noch vermieden,trotz des Eiferns und Heyens zelotischer Kanzclredner.

Unter jenen Statthaltern war der mächtigste und zugleichfür Herzog Karls Entwürfe gefährlichste der Rcichsmarschall,Admiral und Statthalter von Finnland, Clas Flemming.Um nun diesen unschädlich zu machen, führte Karl die schonlange schwebende FriedcnSunterhandlung mit Rußland zu Ende,indem durch den Trusiner Vertrag Kexholm mit seinen Lehenan die Russen abgetreten, dagegen Narpa, Reval und Esthlandschwedisch bleiben sollten. So sollte nun der Statthalter vonFinnland seine Truppen entlassen und seine Festung herausgeben.