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Die Feindseligkeit zwischen den beiden Zweigen der Wasain Schweden und Polen hörte darum nicht auf/ wenn auch dieseFeindseligkeit durch verschiedene Waffenstillstände zeitweilig un-terbrochen wurde. Die Höfe von Madrid und Wien, welcheVordersätzen , daß Gustav Adolf sich in die deutschen Ange-legenheiten mischen werde / sobald er sich auf dem Throne be-festigt und sich stark genug dazu fühlen würde, suchten denKriegszustand zwischen Schweden und Polen zu erhalten; der-selbe diente dem Könige von Schweden indeß als vortrefflicheSchule der Taktik für sein Heer. Kaum vermochte er mit Da-nemark einen Waffenstillstand abzuschließen (1629), als er inDeutschland einfiel, wo wir bereits seine Laufbahn bis zu derenSchluß auf dem Schlachtfelde von Lützen verfolgten.
Durch eine Reihe durchgreifender Veränderungen suchteGustav Adolf Schweden in die Reihe der modernen Staateneinzuführen. Aus allen seinen Anordnungen tritt uns der Geistder neuen Zeit entgegen. Der Staat verwandelt sich mehr undmehr in ein künstliches Getriebe, das die Masse zu vielgestaltigterArbeit drängt. Der Bürger, der Bauer ist nicht mehr sich selbstüberlassen, wie im abgelaufenen Mittelalter, er wird von derStaatsgewalt als eine nutzbare, beliebige Werthe schaffende Kraftbehandelt. Durch Gcwerbfieiß soll er weniger sich selbst bereichern,alS den königlichen Schatz füllen. Auch war es zunächst Finanz,noth, was Gustav zu jenen Maßregeln bestimmte.*)
Er reformirte den Adel und theilte ihu in drei Klassen:die Grafen und die Barone, die Ritter oder Nachkommen derSenatoren, und die einfachen Adeligen. Er traf auch genauereBestimmungen über den Rang des Klerus, der Krieger und derBürger auf den Reichstagen. Er gab der Rechtspflege eine enr-sprechende Einrichtung, wie überhaupt Gerechtigkeit eine seinerschönsten Eigenschaften war. Und wie er in alle Zweige derStaatsverwaltung eingriff, so nahm er umfassende Veränderungenmit der schwedischen Constitution vor. Bald war er nur nochdem Namen nach ein durch Stände beschränkter Fürst.
Er entwarf den Plan zu einer großen Handelsgesellschaftmit den Niederlanden und dem protestantischen Deutschland, umHandelsverbindungen mit den außereuropäischen Kolonien zuunterhalten. Gustav Adolf glaubte dadurch, daß er auf dem
') Gfrörer, a. a. O.
D. V-