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an, jedoch waren sie meist so schlecht, daß Luther sich selbstmißbilligend darüber aussprechen mußte, in welch letzterem Sinnedann auch Göthe von der „unerquicklichen Dogmaük deS pro.testantischen Kirchenliedes" spricht. — Was der Poesie Verderb,lich war, gereichte indeß der Prosa zum Nutzen, da der Per.stand an die Stelle der Poesie trat. Die Bibel-Forschung undUebersetzung, die Polemik, die Predigten, katholische wie pro.tcstantische, die Nothwendigkeit sür beide Religionsparteien, li.terarisch auf das Volk einzuwirken, um es zu gewinnen, zuüberzeugen, alles dies trug mächtig zur Ausbildung der Prosabei, wozu dann noch tüchtige Leistungen auf dem Gebiete derGeschichtschreibung und die meisterhafte, kühne, ja allzukühneund darum in'S Geschmacklose überstreifende Sprachgewandtheitdes größte» komischen und satprischen Talents unserer Nation,deö Johann Fischart, kamen; der vielen Sammlungen vonSchwanken, Possen, Anekdoten, der großen Menge kleinerersakyrischer Schriften, deren Reiben die von Thomas Murnerund Ulrich v. Hütten eröffnen, nicht zu gedenken.
Es begreift sich, daß in der großen und schrecklichen Kata.strophe des 16. Jahrhunderts die Poesie sich verfinsterte undverbitterte. „Sie wurde die Magd der Parteien, von ihnen aufalle Art geschändet und mißbraucht. — Niemals, weder vor.noch nachher, fühlte, dachte, redete und schrieb der deutscheMensch roher, ungeschliffener, unflätiger, als im Zeitalter derReformation und deS ihr nachfolgenden Jahrhunderts. Wie zartwaren die Dichtungen deS 12. und 13. Jahrhunderts gegen diedeS 15. und 16. In die Atmossphäre der Reformation eilige,taucht, vergröberten sich die Geister auf eine ganz merkwürdigeWeise, man kann es fast eine Besessenheit nennen. — DaS Ue.berhandnehmen der Teufelsgespenster, der Hcxenprozesse, der ma.gischen Künste rc. hängt genau damit zusammen. Nie, wedervor- noch nachher, hatte der Teufel größere Macht in Deutsch,land, was selbst Die zugeben müssen, welche daS wirkliche Da-sein deS Teufels leugnen und ihn nur in der Einbildung existirenlassen. In die schauerlichen Nachtstücke dieses Zauber- und Gc.spensterwescnS, dieser Scenen in Folterkammern und am Raben-stein pfiffen sodann die lustigen Piccoloflöten der Humanistenhinein, von denen jeder ein kleiner Lucian sein wollte und diealte wie die neue Kirche zugleich verhöhnte, lachende lustigeTeufel neben den grimmig grinsenden, wie in den gleichzeitigen