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lizität auS politischen Gründen dem Calvinismus und Protcstan-tiSmuS in Deutschland Hülfe bot). In Italien und Spanienwar aber die Renaissance, die Wiedererweckung des antiken Gc.schmacks, schon übermächtig geworden. Wie in der kirchlichenBaukunst/ Skulptur und Malerei, so auch in der Poesie / wurdeder ältere germanische/ fränkische oder gothische Styl durch dender Renaissance verdrängt. Der Papst selbst machte sein Romzur Musterschule dieses neuen Geschmacks und der die ganze katho.lische Welt beherrschende Jesuitenorden kannte keinen andern.AuS diesem Grunde nun wurde auch das katholische Deutschlanddemselben unterworfen. Alle deutschen Bischöfe/ die sich in ihrenSitzen behauptete»/ alle Värer der Gesellschaft Jesu, die inDeutschland ihre prächtigen Kollegien bauten, alle katholischenFürsten endlich, die mir ihrem Ansehen und mir ihren Reich-thümern die Kirche eifrig unterstützten und ihre Feste mit kaumje vorher gesehener Pracht begingen, wetteiferten in der Ein-führung deS NenaiffancestylS und opferten demselben die altengothischen Kirchen und Kunstwerke, welche erwiesenermaßen inkatholisch gebliebenen Ländern häufiger niedergebrochen wordensind, als in lutherische», im katholischen Franken und Bayernz. B. öfter alS im lutherischen Sachsen und Württemberg. —Auf die katholische Poesie in Deutschland mußte dieser Umschwungder Dinge wesentlichen Einfluß üben. Jene heilige Einfalt undDemuth, die in den Dichtungen unseres Mittelalters vorwalteten,mußten verschwinden. An ihre Stelle trat, wie in der Kirchen-Malerei, so in der kirchlichen Poesie, das antike Pathos, dieSchwunghafligkeit und Koquetterie deS NenaiffancestylS. WieMichel Angelo und die Carraeci christliche Märtyrer nurnoch wie den leidenden Laokoon, Herakles und Philoklet darstell-ten, wie sie überall gewaltsame Situationen und Affekte heraus-suchten, so gefielen sich auch die katholischen Dichter in leiden-schaftlichen und übertriebenen Schilderungen. Die merkwürdigsteNeuerung aber war der Gebrauch der antiken Mythologie selbstnoch in ausschließlich christlichen Dichtungen. Sannazar ginghier mit dem Beispiel voran, dem auch die deutschen Jesuitenfast alle nachfolgten. — Wer begreift nicht, daß es eigentlich dieAufgabe der katholischen Poesie gewesen wäre, an der Gothikfestzuhalten und die Renaissance denen zu überlassen, die keinMittelalter, weder in der Kirche noch im Reiche mehr anerken-nen wollten! In neuerer Zeit wird dies in Frankreich einge-