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Zehnter Band.
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nurig beim Gesandten im Palazzo di Firenze, heute noch dertoskanische Gesandtschaftspalast. Nicolini gab dem Papste vonseiner Ankunft Kunde, und dieser erklärte ihm darauf, daß er,Galilei zu Gefallen und wider den sonstigen Gebrauch, gestat-ten wolle, daß derselbe sich in des Gesandten Hause aufhalte,statt in dem Gebäude des Sank' Uffizio. Nieolini berichtetweiter, daß der Papst, nach andern Gesprächen, die er anführt,zu der Aeußerung übergegangen: daß Galilei überhaupt übelberathen gewesen sei, als er jene Meinungen öffentlich bekanntgemacht habe; er habe zwar erklärt, daß er bloß hypothetischvon der Bewegung der Erde handeln wolle, nichtsdestowenigeraber, indem er die Argumente dafür angeführt, mit der größtenSicherheit und Bestimmtheit gesprochen, und somit den Befehlübertreten, der ihm im Jahr 1616 durch den Kardinal Bellap.min ertheilt worden sei — in welchen Worten des Papstes, bei.läufig bemerkt, die Summe aller gegen Galilei erhobenen An.klagen liegt. Seine Schuld ward in seinem Ungehorsam gegenden ihm feierlich ertheilten Befehl gefunden und um diesen Punkthandelte cö fich auch hauptsächlich in seinen noch näher zu er-wähnenden Verhören.

Inzwischen war man von Florenz aus auf's Eifrigste zuGunsten deS Angeklagten thätig, an die einflußreichsten Mitglie.der des Tribunals wurden Empfehlungsschreiben gerichtet. DaS.selbe verfuhr, in römischer Weise, mit großer Gelassenheit undVorsicht, dem Angeklagten, der auch in Folge dessen mehr undmehr auf einen günstigen AuSgang hoffte, volle Zeit lassend, sichzu sammeln und mit seinen Freunden zu berathen. Am 9. Aprilberichtet der Gesandte: „Als ich heute Morgen die Gelegenheitbenüyte, mit Sr. Heiligkeit über diese Sache zu reden, bezeugtemir der Papst sein Mißfallen über dieselbe, die ihm sehr folgen,reich und bedeutsam für die Religion erscheint. Da nun derHerr Galileo feine Behauptungen mit guten Gründen verthei.

zu Gunsten des Angeklagten an den Papst selbst gewandt. „Se. Heil.gab mir zur Antwort, Sie habe Galileis Brief gesehen, aber dieserkönne von der Reise nach Rom nicht entbunden werden. Er möge üb-rigens langsam nnd in einer Sänfte kommen, und mit aller Bequem-lichkeit. Es sei durchaus nöthig", daß er persönlich vernommen werde.Gott möge ihm den Irrthum verzeihen, fich wieder in eine Verwicklungwie die gegenwärtige selbstwillig gebracht zu haben, nachdem S«. Heil.selbst, jur Zeit ihres KardinalatS, ihn einmal daraus befreit habe."

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