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in welcher wir das Bild erblicken, trotzdem es sich verkehrt ab.spiegelt, sich zu erklären. Der Neapolitaner GianbattistaPorta 1615) erfand die Camera obscura*) und handelte inder Nazis naturalis von den verschiedenen Erscheinungen desSehens. Allein indem er annahm, daß der Prozeß des Sehensim Auge vor sich gehe, wie in der Dunkelkammer, begriff ernicht, in welchem Theile des AugeS die Gegenstände sich abbil.den; er hielt die Krystalllinse für das Hauptorgan des Sehens.Er schrieb auch viel über flache, conrave, convexe und Brenn,spiegel und insbesondere über die Phsiognomie; er nahm sogaran (ein in unserer Zeit wieder auftauchender Gedanke), eS seimöglich, durch Verbesserung der äußern Gestaltung der Züge aufdie Neigungen der Seele einzuwirken.
Im 17ten Jahrhundert aber machte die Optik die glänzend,stcn Fortschritte. Keppler erläuterte in den „Paralipomcnenan Vttellio", einen polnischen Philosophen, im Jahre 1614den so wunderbar zum Sehen geschilderten Bau des AugeS, er.riech den Zweck der Netzhaut und die Ursachen der Fehler desGefühls, wenn die Lichtstrahlen in einem Punkte vor oder hinterder Netzhaut sich vereinigen. Man muß nicht bei ihm die Ge.nauigkeit der Neuzeit suchen, noch annehmen, daß er die Bre.chung des Lichtes erklärt habe, aber wie reich ist er an neuenund genialen Ideen! Seine Forschungen fortsetzend, gab er die„Dioptrik (1617)", wo er als Hypothese aufstellt, der Winkelder Luftbrechung sei das Drittel des Einfallwinkels, was imAllgemeinen unrichtig, aber in Bezug auf die Beschaffenheit derGläser, deren er sich bediente, genau genug ist.
Man hat lange über den Erfinder des Fernrohres gestritten.Nach den neuesten archivariichen Untersuchungen können Ansprücheauf diese große Erfindung machen: Hans LipperShey ausWesel, Brillenmacher zu Middelburg, Jakob Adrians; mitdem Beinamen Mrtiuö, der auch Brcnnspicgel von Eis verfer.tigt haben soll, und ZachariaS Jansen. Wenn man diePriorität nach den Zeitepochen bestimmen will, in denen den
*) Die optische Kammer war bereits von Leon Battista Alberti ge-sunden. aber auch die Camera obscura wird bereits von da Vinciund von Cardano beschrieben (I.ibri, nist. öes matlrem. eu Ita-lie, bi. II. Vvl. IV), insbesondere auch von Cesariano im Kom-mentar zu Litruv, an derselben Stelle (XXIII), wo auch die Dampf-oder Windkugel erklärt ist.