Band 
Erster Band. Einleitung. Darstellung, Geschichte und Critik der bisherigen falschen Systeme.
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XXVI

was jedem Kind vor Augen liegt, jedes Blatt der Ge-schichte und der täglichen Erfahrung zeugt? Ist es mög-lich, daß kein Gelehrter, kein Philosoph die einfache Wahr-heit erkannt hätte, daß Fürsten und Republiken nurmächtige und unabhängige Menschen oder Corporatione»seyen, mithin auch nur ihre eigenen natürlichen und er-worbenen Rechte haben? Laßt uns sehen, was die älte-ren StaatsrechtS-Lehrer sagten, bevor es noch eine Re-volution gab, bevor man etwas von ftanzöstschen Philoso-phen und deutschen Aufklärern wußte. Da trieb ich derenauf so viel ich nur immer konnte, von Bodinus, Grotiusund HobbeS bis auf Montesquieu , welcher der Uebergangzu den neuern Jakobinern ist, und las sie mit der ange-strengtesten Aufmerksamkeit. In jedem müssigen odergar beschäftigten Augenblik, mitten unter den Vorberei-tungen zu dem fürchterlichen Krieg von 1805 , auf derFlucht vor Feindes-Gewalt, an den äußersten Gränzenher europäischen Cultur, war ich theils mit Entwiklungmeiner eigenen staatö-rechtlichen Ideen, theils mit Nach.forschungen in der ältern politischen Litteratur beschäftiget.Da fand ich wieder was ich vermuthet hatte, nämlich,Laß zwar die revolutionären Confequenzen von den älternPublicisten nicht gezogen wurden, daß ste sich sogar win-den und krümmen, um denselben zu entgehen, daß aberras falsche Prinzip schon in ihnen vorhanden ist, und daßdie unselige Idee einer Römischen societas civilis , dieman in alle andern geselligen Verhältnisse übertrug, dieMutter und Wurzel alles Irrthums war. Leicht war eSdie Progression eines Irrthums aus dem andern zu erken-