%XX II
zu sehen. Denn das Gute das gelingen und wirken sot,.ist nicht dasjenige waS sogleich überall ausposaunet wird,aber bald wie ein Strohfeuer vergeht, sondern gerade dasje-nige was anfänglichen Widerstand findet, aber gleich ei-ner vom Sturm getriebenen Eiche, im Kampf und in derPrüfung fich bewährt, langsam in den Gemüthern reift«nd endlich seine Früchte bringt. Der hier gesäet hat, er-liebr gewöhnlich die Erndc nicht. Haben doch die Stifter, -er weltnmstürzenden Gottlosigkeit den gräßlichen Triumphauch nicht erlebt, den sie zwar verkündigten, der aber sieselbst zerschmettert hätte und einen ganzen Weltthcil mitBlut und Thränen überschwemmt hat; wie viel wenigerwerde ich jenen himmlischen Sieg sehen, der die Menschenlehren wird, die Ordnung Gottes zu lieben, der jede mensch-liche Macht, jede Ueberlegcnheit an Geist oder äußeren Gü-tern, als eine Wohlthat vom Himmel betrachtet und sieLein obersten Throne dienstbar machen will; den Sieg derkeine Thränen kosten, der niemand etwas zu leid thunwird, sür den mir alle Frommen und Guten dankenwerden. Aber wenn ich auch nur die Dämmerung diesesTriumphs erblike, die Wahrheit von vielen geprüft, er-kannt, entwikelt, verbreitet, mit einem Wort den An-sang des Kampfes, und mit ihm den Vorboten des Siegessehe: dann ist auch meines Lebens Zwek erfüllt, dannwill ich freudig meine Laufbahn beschließen, zu gleichge-sinnten Värern kehren, und mit jenem alten Weisen spre-chen: „Nun Herr laß deinen Diener in Frieden fahren,denn meine Augen haben deine Herrlichkeit gesehen. “
Bern am Tage der guten Vorbedeutung, am Jahres-tag der Leipziger Schlacht, den isren O ttober isik