Band 
Erster Band. Einleitung. Darstellung, Geschichte und Critik der bisherigen falschen Systeme.
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1U Prüfung der Prämissen (der vorausgeseztenThatsachen)geeignet sind; wie leicht und auf wie vielen Wegen derIrrthum einschleichr, wie schwer eö ist sich davon loszu-machen und wie daher eine einzige, entweder vorfezlicherdichtete oder zufällig veranlaßte falsche Grund-Idee,durch den Reiz der Neuheit begünstiget, durch Unterrichtund Schriften in alle Classen verbreitet, durch folgerechteSchlüsse zu einem System von lauter Irrthümern entwi-kett und von den meisten blos auf Treu und Glauben an-genommen : zulezt so rief in das Gemüth der Menscheneinwurzelt, daß sie sich beynahe nicht mehr ausrotten läßt.Glüklich, wenn solche Doktrinen immer unbedeutend wä-ren. Aber in Wissenschaften, die ihrer Natur nach prak-tisch sind, die sich mit den zartesten und heiligsten Bandender menschlichen Gesellschaft beschäftigen: da ist eS nichtgleichgültig von falschen Principien auszugehen. z) Frü-her oder später zur Anwendung gereift, müssen sie noth-wendig ihre unseligen Früchte bringen, sie können dieGrundlagen und Schuzwehren alles menschlichen Werthsund Glüks erschüttern, für Länder und Völker die cntsez-ttchften Folgen nach sich ziehen.

Die Lehre, daß die Staaten oder gar die menschlicheGesellschaft überhaupt durch einen bürgerlichen Social-Contract wilikührlich oder künstlich gestiftet worden sey undmithin alle Gewalt vom Volk herkomme: ist freylich nichtsehr alt, aber ihre Erfindung doch auch nicht teilt acht-zehnten Jahrhundert beyzumessen. AlleMchforschunge»

i) Hic nullus dissidio , nullus errori est locus ; unum om-nes sentire oportet, ipsamque philosophiam uno quasiore praecipere, quia si quid fuerit erratura* vita omnisevertitur. Lactantius L. III. e. 7.