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den einen unbedingt verdammt , von den andern als einMcisterstük der Politik gepriesen worden/ den Fürsten ci-«ige Regeln zu ihrer Erhaltung gegeben. Zwar ist diesesBuch keineswegs so schlecht oder gefährlich/ als man eSlange Zeit dafür ausgegeben hat, und z. B. bey weitemnicht so empörend als die Künste welche Aristoteles zurBefestigung der Tyranney empfiehlt/ »> dabey aber dieerlaubten und gerechten Mittel zur Erhaltung einer recht-mäßigen Herrschaft gänzlich verschweigt. Im einzelnenhat Macchiavell viel herrliche treffende Gedanken/ mancheseiner Vorschläge lassen sich vor der strengsten Moral recht-fertigen , und dabey wird daS Buch stets ein Meisterstükdes StylS und Italienischen klaren Verstandes bleiben.Aber da er in demselben von gar keinem Prinzipio aus-geht, was eigentlich ein Staat oder ein Fürst sey, undworauf das Fundament seiner Herrschaft beruhe: so istauch daö Ganze äußerst sragmemarisch und unvollständig,das vorgebliche Ideal nicht auö einer Idee, nicht auseinem obersten reinen und wahren Begriff hergeholt, son-dern auö bloßen Bruchstüken einzelner für klug gehalte-ner Fürsten unvollkommen zusammengestellt. Daher wer-den die wesentlichsten Dinge vergessen und die wirklichenRathschläge find größtentheilö nur kleinliche Hülfsmittel,die nicht auf daS Wesen der Sache gehen. Er scheintnach dem Zeitpunkt, in welchem er lebte, nur Usurpato-ren oder doch neue Fürsten im Auge gehabt zu haben,deren Herrschaft allerdings viel schwerer zu behaupten ist:und seine Politik beschränkt fich beynahe nur auf dieMittel den Gehorsam der Unterthanen zu sichern, Auf-
Bemerknngen haben mich frappirt, und selbst zu einiger Miftderung meines Urtheils über Macchiavell bewogen,
4J Pol. l. v. c»p. II. s, Ukbersetzung v, Earve.