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theil bedacht ist; besonders aber an der Simplicität undWahrheitsliebe, einer seltenen Eigenschaft, die allemalein treffliches Her; und ein religiöses Gemüth anzeigt.Sie äußert ßch und ist leicht zu bemerk n an der Redlich-keit im Forschen und im Beweisen; an dem unverhüll-ten klaren AuSdruk, der jeden Doppelsinn vermeidet, ganzund von jedermann verstanden zu werden wünscht; andem Ton der lebendigen Ueberzeugung, an der Zuver-sicht im gewissen, der Bescheidenheit im ungewissen; ander Freude über jede Berichtigung und an so vielen an-dern Merkinalen der Aufrichtigkeit. Wer einem Fürstenredlich die Wahrheit sagt, auch wo sie nicht angenehmIst, auf dessen Treu kann er sich wie auf einen Felsenverlassen, und eS ist nicht zu vermuthen, daß der Niederegegen den Höheren dabey leicht den Anstand verlezenwerde; ja es wird sogar die wahre Liebe noch in demTone erkannt, mit welchem die Wahrheit gesagt wird.Dagegen sind die Schmeichler wie die Pest, ja gleich Ver-räthern zu fiiehen, und so fein auch die Schmeicheley
5) Plus persequitur lingua adulatoris quam manus interfec-toris. Augustinus.
Falsche Leute balle ich nicht in meinem Haust/ die Lüg-ner gedeihen nicht bey mir. P s. toi.
Antisthenes pflegte zn sagen, ein Schmeichler undOhrenbläser wäre viel ärger als die Raben, denn ein Rabebisse nur dem tobten Menschen die Augen aus dem Kopf,aber ein Schmeichler blendete die Lebendigen, daß sie das-jenige was recht und wahr ist, nicht erkennen noch sehenmögen.
Herzog Eberhard von Würtembcrg befahl seinen Nach-folgern in seinem Testament von 1674: „ sonderlich der„Schmeichler, Fuchsschwänzer und Ohrenbläser müßig zu»gehen, ihren verderblich schlimmen Anschlägen kein Gehör