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Dritter Band. Makrobiotik der Patrimonial-Staaten. Zweytes Hauptstück. Von den unabhängigen Feldherren oder den militärischen Staaten.
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so

Mißbräuche der Beamten, und persönliche Kenntniß tragtviel zur Liebe und Zuneigung für die Person des Fürstenbey. Auch ist es dem lezteren selbst nüzlich, wenn ernicht blos seinen ersten Beamten und Dienern Gehör giebt,indem er fich dadurch mancherley nüzliche Erfahrungensammelt, und weniger Gefahr läuft von seinen Beamteneinseitig unterrichtet oder gar betrogen zu werden. Aberzu leicht darf dieser Zutritt auch nicht gemacht werden,und cS ist gut wenn er mit gewißen Feyerlichkeiten be-gleitet ist, z. B. nicht ohne vorhererhaltcne Erlaubniß,nur zu einer hon dem Fürst selbst bestimmten Zeit, inanständiger Kleidung und mit anderen Zeichen der Ehrer-bietung geschehen darf. 10 > Eine persönliche Audienz vondem Fürsten soll eine Ehre, eine Begünstigung, nicht aberein Recht seyn, daö jedermann fordern könne; denn sonstwürde bald alles Ansehen verschwinden, und das Volk sichgewöhnen den Fürsten nur wie seinen Beamten und Knechtzu betrachten, der jedermann Red und Antwort zu gebenschuldig sey. Freundliche Herablassung, welche die Höhenoch fühlen laßt und die Achtung aller Menschen keines-wegs ausschließt, nicht aber Gemeinmachung von Seiteder Großen, schmeichelt der Eigenliebe der Untergebenen;denn jene ist eine Auszeichnung, diese nicht weil sie je-dermann zu Theil wird, und sogar mit der Vergessenheitaller Pflichten verbunden seyn kann. Die wahre Popu-larität eines Fürsten besteht in der Liebe, d. h. in demthätigen Wohlwollen für sein Volk, in der Sorgfalt fürseinen Ruzrn, in der Achtung für jeden Stand und fürjedes Recht; nicht aber darin», daß er fich den geringstenseiner Unterthanen gleichsezt, ihre Lebensart nachahmt

10 ) Die Schriften über das Hof-Ceremonie! f. in Scheide«Mantels StaatSrccht T. I. S. 131 ff,