Band 
Dritter Band. Makrobiotik der Patrimonial-Staaten. Zweytes Hauptstück. Von den unabhängigen Feldherren oder den militärischen Staaten.
JPEG-Download
 

oder man kann auch wegen der natürlichen Trennung de»Gebiets von einander scheiden, und dadurch den Friedenherstellen , wenigstens den täglichen Berührungen und Col-lisionen ausweichen. Beydes ist aber bey inneren Feindennicht ganz möglich; der Landesherr schadet dadurch sichselbst, indem er die Kräfte schwächt die ihm zu Gebotestehen sollten: und mit feindseligen Gesinnungen, mit er-bitterten Gemüthern, besonders aber mit ganz entgegen-geftzten Begriffen über Pflicht und Recht, in dem nämli-chen Lande mit und nebeneinander leben zu müssen, gehtin die Länge durchaus nicht an, oder lähmt alle KraftLeS Fürsten. Dazu sucht jede Partey meist noch im AuS-land Hüls oder Unterstüzung zu finden: und mischt sich einäußerer Feind auch nur mit mittelmäßigem Verstand inden inneren Krieg, so daß er eine von beyden Parteyenfür sich zu gewinnen weiß, so ist er deö Erfolges sicher,bekrieget einen Theil des Volkes mit dem anderen, undder Staat geht beynahe unwiederbringlich verloren.

So schwer eö aber ist dergleichen innere Kriege glük-lich zu beendigen , so leicht ist es hingegen selbige zu ver-meiden oder ihrem Auebruch zuvorzukommen. Denn obstch gleich nicht läugnen läßt, daß auch zwischen einemFürsten und seinen Unterthanen bedenkliche Zwistigkcite»entstehen, und unter Umständen sogar in einen gerechtenKrieg ausarten können : 1 > so hat bereits die Natur der Dingefür die Ruhe der Staaten gesorgt, indem ein solcher Kriegder Unterthanen gegen den Fürsten nur äußerst selten ge.

r) Vergl. oben B. H. S. 418 — 439. wo die Frage von demRecht des Widerstandes im Fall der äußerste» Noth aus«führlich und in jeder Beziehung abgehandelt worden ist.