131
nicht besser verstunden, und den wesentlichsten Gesichts.Punkt, nämlich die Abwendung künftiger Gefahren unddie Sicherung der Unabhängigkeit, auö den Augen ver-loren.
Bestimmter als die Kunst der Negociation selbst, läßtsich hingegen von der Wissenschaft angeben, worin dievorrheilhaften Verträge und Verhältnissebestehen sollen. Und dieses ist eigentlich die Haupt-sache, indem eS bey allen Unternehmungen vorzüglich dar-auf ankömmt, den Zwek genau zu kennen, nach welchemman streben soll, das Ziel welches man erreichen will.Wer dieses fest im Auge hat, der wird von selbst diezwekmäßigen Mittel enldeken und die günstigen Umständezu benuzen wissen. Alle Verträge welche die höhere StaatS-klugheit vortheilhast nennen kann, müssen zum Zwek undzum Resultare haben: die Unabhängigkeit zu si-chern und künftige Gefahren abzuwenden. Da-zu führen freylich schon alle die ErwerbungS. Verträge, vondenen wir oben geredet haben, und durch welche man denUmfang seiner Domainen und Territorial. Bcsizungen er-weitert; jedoch nur in sofern sie leicht behauptet wer-den können, nicht gefährliche Collistonen veranlassen, undin sofern eS nicht auf Unkosten der relativen Macht geschieht,d. h. in sofern man nicht im Verhältniß gegen andere destomehr verliert. Denn eS ist für einen Fürsten der feineUnabhängigkeit behaupten will, weit mehr darum zuthun,daß ihn kein feindseliger Nachbar an Größe und Lage sei-
früheren Zeiten Deß Spanischen SuccessioMriegS einenviel günstigere» Frieden von Ludwig xiv. Mte erhaltenkönnen.
S) B. II. Eap. qr. S. 514— S»r,