Band 
Dritter Band. Makrobiotik der Patrimonial-Staaten. Zweytes Hauptstück. Von den unabhängigen Feldherren oder den militärischen Staaten.
JPEG-Download
 

d«S Adels wurden vermehrt, wie z. B. durch die voRom.mene Gutsgerichtsbarkeit und die ausschließliche Fähigkeitju allen hohen Reichsämter«; es entstanden Thron. Re-volutionen, neue sogenannte KönigS. Wahlen, in welchendie Gewählten sich seltsame Beschränkungen gefallen lassenmußten; ein immerwährender Reichsrath, der nur auSden ersten Dienern des KönigS bestand, saß sogar wie inPolen dem König zur Seite und leitete alle Reichs - An-gelegenheiten beynahe unabhängig. Endlich hat KönigGustaph III., der sich durch seine persönlichen Eigen-schaften und militärischen Talente die Liebe der Nationzu erwerben wußte, vorzüglich aber durch die Zuziehungder Bürger und der freye» Kronbauern zu den Reichsta-gen, und durch Benuzung der zwischen diesen beydenStänden und dem Adel herrschenden Eifersucht, im Jahr1772 eine Gegen. Revolution bewerkstelligt, welche derKöniglichen Gewalt wieder das Uebergewicht gab, indeinder ReichSrath in einen Königlichen Rath, d. h. von ei-ner entscheidenden in eine blos rachgebende Versammlungumgewandelt, dem König der ihn sezte und absezte, al-lein verantwortlich gemacht, ja sogar 1789 durch die so-genannte Sicherheits-Acte ganz aufgehoben wurde.Zwar hatte dieser ausgezeichnete König dem Haß der ja-kobinischen Sekte und der Erbitterung einiger mißver-gnügten Großen seine im Jahr 1792 erfolgte Ermordungzu verdanken; allein obgleich die Urheber derselben nurgelinde bestraft wurden, auch ein ganz anderes Regie,rungs-System angenommen wurde, so haben doch selbstunter den Stürmen der Französischen Revolution und beyden seltsamen Eigenheiten König GnstaphS IV. dieStände seither nie wieder zu einem bedeutenden EinfluKin allgemeinen Reich-.Angelegenheiten gelangen können.