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Allem der Gemeingeist oder der Patriotismus im ei-gentlichen Sinn, wie er sich in Republiken findet, undzu ihrer Forldaur nothwendig ist, besteht nicht in bloßerAnhänglichkeit an die Heimath, welche auch mit Träg-heit und Eigennuz verbunden seyn kann, sondern inLiebe und thätigem Eifer für daS gemeineWesen, für seine Verfassung, seine Versammlungen,Geschäfte und Interessen; er ist eine aus Neigung so-wohl alS auS Pflichtgefühl hervorgehende Bereitwillig-keit, in Collisions-Fällen sein Privat - Interesse, seineZeit, seine Kräfte, sein Vermögen, ja selbst das Leben,wenn es nöthig ist, dem gemeinen Besten aufzuopfern,die Communität gleichsam mehr zu lieben alS sich selbst,sie alS die Mutter und die Stüze alles PrivatglükS zubetrachten. -s> Diese Gesinnung ist auch nicht ohneGrund; denn sobald es der ganzen Republik wohl er-geht, bleibt auch daS Interesse der Einzelnen gerettet;wenn aber das erstere vernachläßiget wird, so kann auchdas leztere nicht bestehen. Nur daS gemeinsame knüpfet
*3) Schön und richtig als LiviuS: «Respublica incolumis„et privatas res salva* facile prsestat, publica prodendo«tua nequicquam serves.”
Und Plato: «Quod commune est, connectit civita-« les, quod singulorum, dissipat; quare et publice et„privatim utilius est, ut publica magis quam privata„ curentur. ”
Noch gefühlvoller aber spricht Cicero: «Omnium so-
«ciecatum nulla carior quam ea, quos cum republica«est unicuique nostrum. Cari sunt pareutes, cari li-«beri, propinqui, familiares; sed omnes omnium cari-« tates patria una complexa est, pro qua quis bonus du-„bitat mortem appetere, si ei sit proluturus?” De Olf.L, I. c. 17.