Buch 
Historisch-Chronologisch-Geographische Tabellen von Anfang der Welt bis auf das jetzt lauffende Jahr : welche nicht nur die jüdische, und deren verknüpfften Kirchen-Historie in sich begreiffen, sondern auch in dem neben gesetzten Synchronismo die merckwürdigste Begebenheiten aller Könige, Chur-Fürsten, Hertzogen etc / aus denen bewehrtesten Historicis, Chronologis, Geographis, Criticis, Politicis &c. zusammen gezogen und verfasset von P. Edmundo Pock, Ord. S.P. Benedicti ... ; fortgesetzet von einem Priester [ Bruno Parode] ... ; so dann die Erd-Kugel nach deroselben natürlichen in Erd und Wasser, wie auch politischen Eintheilung aller dermahls florirend-bekannten Staaten und Republiquen vorstellen
Entstehung
JPEG-Download
 

r)8

)( )(

L.i

Römische Layscr.

x. L.

Päbste.

an den Rhein, und mit etlichen vonseiner Leibwacht in der Stille hinüber,um einige Bäume umzuhauen, und alser von dar bis in die Niederlande kä-me, wo anjctzo.Loujo^nc liegt, so nah-, me er mit seiner Flotte eine lächerlicheLxxclliticm aufdem Britannischen Meervor. Dann er stellte auf dessen Ufersein Kricgs-Heer in Schlacht-Ordnung,liesse mit Trompeten und Paniken dasZeichen zum Angriff geben, und befahlalsdann seinen Soldaten tapffer Meer-Muscheln zu strmmeln, und ihre Sturm-Hauben damit anzufüllen, welches erdie Deute des grossen Welt- Meersnennte, welche man dem RömischenRathhause, und dem Kayserlichen Ho-fe zu leisten schuldig wäre. Er liesseauch zum Gedächtnüß dieser herrlichenThat einen grossen Thurn, zum Zei-chen, daß er das Meer besieget, an demStrande aufführen, und kehrte alsdannwieder nacher Rom zurua, allwo ereinen öffentlichen Einzug gehalten, alswann er einen grossen Feldzug gethanHatte, da er doch keinen Feind, wederin Teutschland, weder in Britanniengerochen hat.

csIi^ulL wurde endlich halb närrisch,und wolte für einen Gott gehaltenwerden. Dannenhero er bald in die-ser, bald in einer andern Götzen-Ge-stalt aufgezogen käme; ja, denen-tzen-Bildern ihre Kopffe herunter neh-men, und an deren Stelle den Seinigenhinaussetzen liesse. Das Pferd lncl-»ru; genannt, bekäme von ihm sein ei-genes Haus, Hausrath und Bediente.Es ward sein colle^a in dem Priester-lichen Amt, speisete mit ihme zur Taf-fel, und solte endlich gar mit ihmeBürgermeister werden.

Von der Blutdürstigkeit dieses Ty-rannen mag sein saubers gewöhnlichesSprüchlein zeugen: OlleAnr, llum mc-ruLin. Und viele haben nicht ohne Er-staunen gehöret, daß er dem RömischenVolck nur einen Hals wünschte, damiter solchen auf einmahl könte abhauenlassen: Ocwsm 5. unr ccrvix!

ja, wann der Hencker einen marterte,so redete ihme der Kayser gewöhnlichzu : 1» lcri, ur le mo, , l'cnkisr. das ist,verfahre so hart mir ihme, daß erseinen Lad auch fühlet.

Endlichen, da man aller Orten Ra-serey und Thorheiten sahe, so wurdendie reute auch müde, es langer zu lei-den. OK»? (.kTi-cL ein Oberster vondenen ?r»cc>ri!>nischen Soldaten, ver-schwüre sich nebst andern, und ermor-deten den Kayser mit zo. Wunden,nebst seiner Gemahlin und de-

ren Tochter !->ulllls, nachdem erindas4te Jahr regieret hatte.

! Als

nicht erreichen werde,ist ebenfalls ohneGrund, indeme hier-von weder der alsogenannte or-lo nr>-mÄnus,' worinnen diebey d sr PabstlichenCrönung gebräuchli-che Ceremonien ent-halten seynd, einigeMeldung thut, nochein bewährter äumv--,oder der heutige Ge-brauch solches be-kräfftiget. Unterdes-sen hat man doch ausErfahrenheit, daßbishero kein rechtmäs-siger Nachfolger desHeil. Petri das 25.Jahr in seiner Re-gierung erlebet habe.Ich sage aber einrechtmäßiger Nach-folger, dieweilen derAffter-Pabst Lencck-üu§xiu. das xxviii.Jahr, nachdem« ersich des PäbsilichenTikuls angemasset,überlebet hat. Überdieses seynd diejeni-ge, so des LukebiiMeinung folgen, auchgezwungen, eine dop-pelte Reise des Heil.Petri nacher Rom,wie auch einen zwey-fachen Streit mit Si-mon dem Zauberer;»-'zulassen, als nemlichdas erste mahl zu Zei-ten des Kaysers clau-llü, und dann hinnachunter der Regierungdicronis,worvon aberkein einziger aus de-nen alten Geschicht-Schreibern, wie dergelehrte vsluriu? ,4

bezeuget, eine Mel-dung thut. Bey sol-cher gestalten Sachenkönnen wir nicht um-hin , von der Mei-nung des tluiebil, wel-cher ohnedem in derHistorie der Päbste,wegen vieler einge-schNechenen Fehler,

! wenig Glauben fin-! det, abzuweichen, und! entgegen demr>o beyzupflichten,welches der Cardinal,LL70ES selbst ohn-fehlbar wurde gethanI haben, so fern ihmej das

c.

der Merck«Würdigkeiten,lli nebst seinen Nachfol-gern, damit sie von Freundund Feinden geehret wur-den. Und so viel von derlürulLcur, und Ehrcn-Nah-men der Römischen

nLrcbeN.Vicl. sprnbcim.

Sr/?. Xll,

ZY2. 4IZ.

Allhier kan man auchanmercken, daß das höch-ste Kayserl. kr^llicar auchbey verschiedenen andernPotentaten im gebrauchseye, und kan es vornehm-lich dem Türckischen Sul-tan um so viel wenigerMhurirlich gemacht wer-den, weil er das gantztGriechische Kayseethum,nebst andern weitläufigenProvintzien mehr besitzet.Was aber die andern, alsz. E. den grossen KwAol,den Kayser inLotlinien, und XIrrocco»

den Mofcowitischenund dergleichen betrifft,wollen wir hier eben nichtuntersuchen, ob sie sichtheils selber diesen Litulbeylegen, oder aber dersel-be ihnen nur von denen

ltilloricis, 6eoAttz)Ii>iz und

Reisebeschreibern also zu-geschrieben werde. Unter-dessen haben sich gleich-wohl in Europa Potenta-ten gefunden, welche denKayserlichen Titul »muli-ret, und nicht geringer alsein Römisch-TeutscherxionLi-^l seyn wollen, ge-stalt dann vorn König -rl-pbsMo vii. ju Castilien be-kannt ist, daß er sich einenKayser titulnen lassen;mgieichen da zu Anfangdes vorigen ,sculi die dreyEnglischen Königreiche,und zwar Cngelland undSchottland unter demNahmen Groß-Britan-nien, bey Antritt ^scobl r.Regierung, vereiniget wor-den, soll man auf seineCronung eine Müntze ha-ben schlagen, und auf sel-biger sich ^acobus LLlsrcmciLiarum, oder einen Raf-fer aller Rayser nennen,hernach aber, und als ihnsolches gereuet, die Mümtze überall wieder einlösen^ssen, daher sie heutigesTags sehr rar zu sehenseyn soll. Hingegen istdamioch aus der Börse zuLon-