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Geschichte des Konzilium's von Konstanz / durch Don Luigi Tosti ; aus dem Italienischen übersetzt und bearbeitet von Bernhard Arnold
Entstehung
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Anarchie in der Gesellschaft Jesu Christi.Was!" riefen die Vatervon Chalcedon,Dioskorus hat gewagt, eine Synode ohne die Auto-rität des hl. Stuhls zu halten? Das ist unerhört! das ist unmög-lich U) Ein Konzil, welches nicht den Papst zum Haupte hat, istnichts anderes als eine Versammlung ohne Präsidenten, ein Leib ohneKopf, ein Ungeheuer. Gewiß, dies ist nicht der Sinn, den diekonstanzer Vater ihrem Dekret haben geben wollen. Zm Gegentheil,sie protestiren mit allem Nachdruck ihrer Seele gegen diesen Sinn inder achtnnddreißigsten Sitzung, wo sie, auf den Vorschlag, die Reformwährend der Vakanz des apostolischen Stuhls vorzunehmen, die Er-klärung abgeben, nicht an die Reform gehen zu können, so langedie Kirche ohne Haupt sei: IÄ66 Mir, proli xnäor! all Leetsmnenput 8ulitrn1r1tur, Mii<fN6 ueexlmls, ciaimliinfuitur. Dt nnzindroruinrekormntions xostxositÄ, eaxitm imkomrmtio pimökerntur. . . gnmtm66 äökorinitus, seilieöt guoä Iieel68ln innneut ueaxlmlu, 68t fiarl-eu1v8i88iinn. Lt fi6r evn86<fU6N8 1iu)u8 äokvriiiitutm rakomnntio 68txrns ceterm N66688g.riu. Und diese Erklärung Peter von Ailly'sim Namen des hl. Kollegiums wird von der italienischen, spanischenund französischen Nation zusammen wiederholt: 81 6ii1w rekornmtiotmiiäu 68t, cfuae rns)or 68t ant 6886 xot68t in eorpoim ä6kormitn8«funni eui' 61'6 cmxit6 6t uevpliuluin 6886? lila IZItur prior tuinfuninMgZIS Q66688nrin äab6t 6886 imkomnntio. b)

Mögen die Gallikaner nicht hiernach versuchen, uns durch einigeFetzen der Kirchenvater die Ueberzeugung aufzunöthigen, daß dieSupcriorität des Konzils über den Papst ein von der Tradition über-liefertes Dogma sei. Nichts ist lächerlicher als ihre Bemühungen,dieser Tradition einen ihnen günstigen Sinn zu entnehmen. Wirhaben die von Noel Alexander angeführten Zeugnisse alle aufmerk-sam durchgesehen, und mehr als einmal haben wir uns für dengroßen Theologen geschämt, wenn wir ihn triumphirend Texte zitircnsahen, die der Frage so fremd sind wie die Nacht dem Tage."

So weit Christophe. Auch der in der Kirchengeschichte einenguten Klang habende Abbe Rohrbachcr läßt sich in seinem mehr-mals zitirtcn Werke (toni. XXI. x. 154162) in eine Diskussionüber die Dekrete der vierten und fünften Sitzung ein, und zwar wieer sagt, an der Hand desausgezeichneten Werkes von llenn

1) 8^noäum nusns ost Moei'S sink nnotoiitate 8oZis axostoliens, qnol nun-Huain Motnm sst, »so üori lioot. (Lonoil. dmlccä., not. 1.)

2) Opinio Netri ^Iliao., s.x. Von äor Ilnrclt, t. IV , xnrt. XI., x. MOV.

2) LcMelstiats, Lotn, eto.