wie Cramer, oftmals reicher an Ausdruck undBilder» als an Erfindung. Bey allem Mißtrauengegen die einen und andern von Lavatcrs Hypo-thesen, als z. B. von der fortdaurcnden Wun-derkraft, von dem tausendjährigen Reich u. s. w.wird gleichwol niemand weder das Verdienst sei-ner außerordentlichen Thätigkeit, noch den Vor.rüg feiner grossen Talenten mißkennen.
Nachdem er einige Zeit die Seelforge amWaisenhause treulich versehen hatte, ward er imI. 1778. zum Diacon bey St. Peter in Züricherwählt. Seine zahlreich gedruckten Predigtenfind Zeugen, mit wie viel Wärme er fich die Er-bauung feiner Kirche angelegen seyn lasse. Un-geachtet so vieler Stunden, die er feinem geist-lichen Amte weyht, und so vieler Schriften,womit er von Zeit zu Zeit das Publicum be-schenkt, weiß er, durch haushälterische Zeiterspa-rung, immer noch diesen und jenen Tag zum Em-pfang oder zur Erwiederung freundschaftlicher Be-suche, zu interessanten Reisen und zu zahlreichemBriefwechsel zu gewinnen. Einem Heiligthum istsein Haus gleich, zu welchem beynahe täglich Leu-te von jedem Stand und Geschlecht, von jedemRange und Alter, aus den entferntesten Gegen-S; den