| die er nicht Lutherisch dachte , alle Mäßigung ver-k sprechen. Ueber die Lehre vom Abendmal nämlichf dacht' er völlig wie Zwingli. Er fieng an mit Aus-! legung des Buches der Richter. — Beym Mangelf solcher Professoren , denen man den philosophischenI Lehrstuhl hätte anvertrauen können, ward auchI dieser Lehrstuhl von den beeden Professoren derGottesgelehrtheit bekleidet. Martyr erklärte alsodie Ethick des Aristots an den Nicomachus. — Ver-schiedene Verdrießlichkeiten, die er sich wegen eini-| ger Abweichung von dem Lutherschen Lehrgebäude! zuzog, bewogen ihn zur Aufsuchung eines ruhigernAufenthalts. Nach Conrad Pelicans Hinscheid denApril 1556. ward er als Professor der Theolo,gie und der Ebräischen Sprache nach Zürich beru-| fen. So groß die Verdienste dieses leztern gewesen,so waren sie gleichwol bey zunehmenden Alters-schwachhciten durch Eigensinn und selzame Launebesteckt. Bibliandcr hatte sich durch einige Abwei-chung vom herrschenden Lehrbcgriff verdächtig ge-macht, und überall hatte sein Colleg mehr Bey.fall gefunden. Aus Unmuth gieng er so weit, daßer diesen auf einen Zweykampf ausforderte und ihnzur bestimmten Zeit, an bestimmtem Ort mit einerHellparte erwartete. Hierauf ward Bibliander imI. 1560. seines Amtes entlassen, jedoch behielt erdie Einkünfte bis ans Ende des Lebens.
B ;