Band 
Dritter Band.
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Tadel begnügte, ohne dabey der Verse-Suchtoder der Freudesich gedruckt zu sehen, das gründ-liche und ordentliche Studieren, aufzuopfern.

In den Jahren 1758 und 59. fuhr Ustcri nachgrossentheils vollendeten öffentlichen Studien sichselbst auszubilden fort. Die klaßifchen Schriftstel-ler des Alterthums, vorzüglich Griechenlands,das Studium der moralischen Theologie, die da-mals vorncmlich liebliche und Früchte versprechendeBlüthen auszubreiten begann, der Umgang mitlieben Freunden, erfüllten die schönen Musse-Stun-den des sich zu grösseren Arbeiten bereitendenJünglings.

Im Jahr 1760. trat er feine Reife nach Ita-lien und Frankreich an, von der er zu Ende desfolgenden Jahres zurükkam. Kurze Zeit, kurzwie sein Leben — aber auch lang wie dieses! —lange für den Tugendhaften, Kenntnißreichen,sich selbst durchaus und allenthalben empfehlen,den Jüngling, der nicht etwa mit dem einge-schränkten Blick des Fachgelehrten, sondern alsWeiser, der was immer nüzlich und brauchbarist, umfaßt — reiste. Sein Zweck war, Men-schen aller Art, besonders aus den gelehrten undhöhern Ständen kennen zu lernen; mit den bcß-ten Menschen wo er sie träffe, genauere Bekannt-schaft zu machen; der Lander und Völker mora-lischen und politischen Zustand zu untersuchen;