?L Rede von dem Nutzen
Sie werden desnahen mit Freuden ihre übrige Stund»?emein so nützlichen Zeitvertreib weyhen. Die übernom-menen Pflichten sind so leicht , daß Sie nur wenigeStunden, die wir unfern unnützen und oft schädlichenVergnügungen abbrechen, erheischen. Wir können da-her mit Recht uns inskünftige einen Ueberstuß von Ar-beiten versprechen. Wir haben ein weites Feld vor uns,wo ein jeder nach seinem Geschmack eine angenehmeArbeit auswehlen kan, und wir dürfen in der Wahlkühn unserem Geschmack folgen, da alle Wahrheit ihrenNutzen hat. Die Wissenschaften sind hierinnen dem Ackerdes alten Bauren bey dem Aesopen ähnlich, den er beyfeinem Tod seinen Söhnen zum Erbe hinterlassen, mitder Nachricht, daß ein Schatz in demfelbigen verborgenliege, dessen Ort er' aber sorgfältig verschwiege; seineSöhne gruben durch den ganzen Acker dem Schatz nach,sie fanden ihn nicht, indessen wurde durch die beständigeArbeit und Umwerfen her Erde der Acker ohne ihre Ab-sicht verbessert und fruchtbar gemacht. Da entdecktensie endlich den Sinn ihres weisen Vaters, und sahensich, bey der Fruchtbarkeit ihres Ackers in dem wirkli-chen Besitz, des so sehnlich gesuchten Schatzes. Ebenso verhält es sich mit dem Fleiß in dm Wissenschaften,man entdeckt nicht sogleich einen in die Augen fallenden
Vor-