28» Abhandlung
Columella erzehlet, (b) daß die alten Römer auffolgende Weise Wein aus Rosinen gemacht haben; siesammelten die reifen Trauben, und hängten sie an dieSonne, zu Nacht bedeckten sie dieftlben, damit sie nichtnaß und feucht wurden, wann sie dann nun dörr ge-worden , so rupften sie die Beeren ab, thaten sie in einFaß, und übergössen sie mit Most, so bald sie aufge-schwollen, brachten sie diese Beeren auf die Trotte, umeinen Saft herauszudrücken, der die Kraft von allendiesen Beeren enthielte.
Es wird aber auch ohne diese künstliche Zuberei-tungen der Most von fü n Trauben in reinen Gelassenan kühlen oder tcmpcrirten Orten durch eine gelindeGahrung in ein sauerlicht geistiges Getränk den weinverändert, das Nccktar der Sterblichen, diese so sehn-lich erwünschte und beliebte Wohllust, das beste Getränkund zugleich die beste Arzney, die die Kräfte stärket undaufweckt, die Wärme vermehrt, die Fäulnis; abhaltetund die Schmerzen stillet. Der Wein ist die Milch
der
werden, damit durch dieselbe und durch den freyen Zugder Luft ein grosser Theil der Feuchrigkeit zerstreuetwerde.
(l,) WUNLI l.ä L. XII. c. Luü. k-i Kult p. 8-14.