eines Philosophischen Bauers. 48,
thut er jemand Unrecht, oder hört man ihn viel schwö»ren und böses reden? Nein, dieses kan ich nicht sagen,ich muß vielmehr bekenne», daß er allemahl auf denangesetzten Zeitpunct sein Versprechen halt, ich habeihn auch nie schwören oder böses reden gehört, aber erredet immer vom arbeiten, und hat ganz besondere Mey-nungen, er läst seine Kinder nie in das Wirthshausgehen, und gönnt ihnen keine Freude, sie müssen anSonn -- und Feyertagen in gleichen Kleidern wie an denWerktagen einhcrgehen. Er kan aber so wohl schwä-tzen, daß niemand mit ihm auskommt. Mein nächsterFreund gienge letzthin mit ihm für den Stichler, ineinem Geschäfte, darinnen er sthr über ihn erbittertwar; dieser sagte nur nachher, er wisse nicht, wie eSgekommen seye; er habe ihm zuletzt vor dem Richterin allem recht lassen müssen, da er doch in feiner Seeleüberzeugt gewesen, und noch seye, daß er unrecht habe;er glaube, er habe ihn bezaubert. Wollte GOtt! dachteich hierbey , daß meine Feinde allemahl mich auf einesolche Weise verleumden müsten.
Ich hatte, die Bekandtschaft dieses Mannes, an-fänglich nur in der Absicht gesucht, meine Begriffe vonder Landwirthschaft deutlich zu machen; ich setzte^michwett über die Einfalt des Bauers hinauf, wollte
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