2Q in. Leben des Cardmals von Sousa.
ter aber eine Bedienung bey der Königin bekleidete. Räch»LcM er seine Gtudia vollendet, durchreiseke er einen großenTheil von Europa und kam bey solcher Gelegenheit auch nachRom, ward aber bald wieder in sein Vaterland, wo indessenDer Herzog von Braganza sich aufden Portugiesischen Throngesctztt hatte, zurücke berusscn, und zum Domherrn an der Ca»thedralkirche zu Oporto ernennet.
König Petrus n. erhob ihn nach der Zeit zu seinem ober»sten Hofcapellan, erklärte ihn zum Graatsrathe und beför,Derte ihn zum Erzbißthum zu Lissabon. Er hak die meistenKönigl. Kinder getauft und sich bey Hofe so beliebt gemacht,Daß ihn der König zur Cardinalswürde vorgeschlagen, wel»che er auch von Jnnocenrio XII. den 22.Iul. 1697. erhalten,Der Pabst überschickte ihm durch einen gewissen Prälatendas Birek, welches ihm der König mit dem gewöhnlichen Ge»xränge aufsetzte.
Den Hur selbst hat er niemals empfangen, weil esIbm bey seinem hohen Alter zu beschwerlich fiel, deßhalbennach Rom zu reisen; wie er denn auch dem Conclavi 1700.nicht beygewohnel hat. Er starb nicht lange nach der WahlClemenriS XI. den 2^. Jan. 1702. in einem Alter von 71.Jahren, nachdem er nur Z. Jahre die Cardinalswürde bekleidet.
Er hat den Marquis von Aronches zum Erben seinerganzen anfebnNchen Verlassenschaft eingesetzt; doch mußteDerselbe einige Legat« bezahlen, worunter sich zweye, jedesvon locroo. Erusaden, befanden, wovon eines den Armenund das andere einigen norhdürftigen Kirchen gewidmet war.
Er stellte eine sehr ansehnlich? Person vor, war aber vonikinem hohen Geiste, doch dabey gütig und gegen die Armenfreygebig. Er hatte den Rubm der Gelehrsamkeit und befaßeine voktrefllche Bibliotheck, die 40020. Bchwe stark geschätztrvurde. An dem Königl. Hofe stunde er in großem Ansehen,und weil er nicht nur selbst reich war, sondern auch viel vonden Chargen und Prägenden jährlich einzunehmen harte, be»fand er sich im Stande, einen recht Fürstlichen Srgat zuführen. rv.