Band 
Erster Theil, welcher ausser dem vorgesetzten Leben Clementis XI. 86 Cardinäle in sich begreift.
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XXXIV. Leben des Cardinal von Tournon. I4Z

Munde vernommen, daß er die Malabarischen Gebräuchevollkommen gebilliget hätte, so ferne sie ein Mittel wären,die Heyden desto eher zu gewinnen. Der P. Beuchet, derdeßhalben die Gemeinden versammlete, schwur vor denselben,das Heil. Sacrament in beyden Händen haltend öffentlich,daß er dieses aus des Pabsts eigenem Munde gehöret habe.Es ließ auch der P. Lames, als Bischofs zu Meliapur, einPastoralschreiben ausgehen, worinnen er nicht nur alles die,ses und viele andere Unwahrheiten bestätigte, sondern auchdiejenigen, so daran den geringsten Zweifel hegeten ober sichdargegen setzen würden, mit scharfen Strafen bedrohete.

Der Cardinal von Tournon starb, ehe diese Sache aus,gemacht wurde, daher wir hier abbrechen und vielmehr hörenwollen, wie es ihm in China ergangen, in welches Land ereigentlich von dem Papste als I^eZLtns a ratere gesendet wor«den. Er langte schon im Jahre 170z. zu Macao an, vonbarer nach kurzem Aufenthalte seine Reise nach der Chinesi,scheu Haupt« und Residenzstadt Peking fortsetzte. Weil erbey dem Kayser nicht gleich zur Audienz kommen konte, ließer demselben den 26. Dec. vermittelst einer Schrift das Abse«hen seiner Ankunft vermelden. Einige Zeit hernach publttirreer das merkwürdige Decret, darinnen die sämmtlichen Mißsionarii ohne Ansehen des Standes und Ordens befehligetwurden, sich nach der, ihm von dem Papste gegebenen, In,struction zu richten. Es war solches den 2Z. Jan. 1707. zuNankin in China unterschrieben und wurde den 7. Febr.publicirr.

Dieses Decret machte in ganz China ein grosses Aufft,hen, indem sich demselben so wohl die neubekehrten Chineser,als die Jesuiten widersetzten, welche letztem den Leuten bisherweiß gemacht hatten, es könnten die Chinesischen Ceremonienmit dem Christenthum gar wohl bestehen.

Der Herr von Tournon war daher in diesem Reiche eineüberaus verhaßte Person. Er konte sich daher leichte dasPrognostikon stellen, daß Bande und Trübsal seiner warte,4 cn. Indessen wurde er öfters von dem Papste einer gnädi,

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