146 xxxiv. Lebendes Cardmalsv.Tournon.
fetzten. Seine ärgsten Feinde waren die Bischöffe vonAscalonund Macao, so beydes Jesuiten waren. Er that sie aber al-le beydem den Bann, und als der erstere in solchem 1709.zu Macao starb, verbot er, ihm weder einige Seelmessen znlesen, noch ihn mit den gewöhnlichen Ceremonien zu begra-ben, weil. er vor seinem Ende keine Absolution gesucht Hütte.
Zu Ende des Decembers eben dieses JahrSllangken 7.Chinesische Ministri von Pecking zu Macao an, welche alleMtßionarien , die nicht Jesuiten waren, zwungen, sich vondar wegzubegeben. Einer davon, ein Italiänischer Fran-ciscaner, der sich in die Wohnung desCardinals renrirt har-re - wurde durch die Portugiesischen Jesuiten mit Ketten ge-bunden und nebst 4. Dominicanern nach Goa geschickt, weiler des Cardinal-LegatenS Gerichtsbarkeit erkannt hakte. Eswurden auch alle feine Chinesischen Bedienten und daruntersonderlich der P. Astuidillo, ein Dominicaner, der ihm statteines Dollmerschers diente, vertrieben, wodurch ihm die groß- ,re Kränkung widerfuhr. !
In solchen Umständen befand sich der gute Herr vonTonrnon, als zu Anfang des Jahrs 1710. fünfMißionaritaus Manilla bey ihm zu Macao anlangten, die ihm das Bi-ret mit verschiedenen Trost-Schreiben von dem Papste über,brachten. Den 17. Jan. wurde ihm dasselbe in Gegenwartverschiedener Mißionarien aufgefetzt-, nachdem man zuvordas, an ihn abgelassene Päpstk. Breve abgelesen, er auchden gewöhnlichen Eid abgelegt hakte. Alleine es währte nicht i
lange, so siel er in eine schwere Krankheit, die ihm zu gros-ser Freude der Jesuiten den 8. Iul. 1710. zu Macao das Le-ben raubte, nachdem er solches noch nicht völligaufga.Jahregebracht, die CardrnalSwürde aber kaum ein halbes Jahr, seitder Zeit er davon berichtiget worden, bekleidet hatte.
Er starb als ein Märtyrer seiner Kirche und bewieß imTode eine sonderbare Großmuth. Die Jesuiten ließen seinenLeichnam mit Soldaten bewachen, um sowohl die dasigen Chri-sten abzuhalten, daß sie ihn nicht als einen Heiligen verehr-ten, als auch die Abführung desselben nach Europa zu verhin-dern