§48 xxxv. Lebendes Cardirrals Grimani.
und hieß Anton Grimani. Er studirke bey den Jesuiten zuManrua und empfieng, nachdem er seine Gkudia vollendet,-ie reiche Abtey von Lucedio'. Weil er in Ansehung dersel«Leu viele SinLünfke in dem Gebiethe desHerzogs vonSavoyenzu heben hatte, machte er diesem Fürsten in seiner Residenzzu Turm seine Aufwartung und gelangte dadurch in dessenBekanntschaft- Er war grft Oesterreichifchgesinnt, dahererdem Kayser bey dem Herzoge von Savoyen treue Dienste lci,stere. Er brachte ihn unter andern 1690. dahin , baß er dieFranzösische Parthey -verließ und sich aufOesterreichische Seitewendete, wobey er zugleich alle Intriguen des FranzösischenHofs, die er mit dem Herzoge von Manrua gespielt hatte,entdeckte.
Im Jahr 1691.befand er sich zu Mayland. Alser nunrinsmals-dem Prinzen Eugenio von Savoyen eine Visitegab, hatte ey das Unglück, daß, als er des Nachts von ihmwieder bey seinem Quartier anlangte und aus seinem Wagensteigen wollte, zwey Schüsse nach ihm geschahen, davon ei-ner durch den Hut gieng , der andere aber den Backen streif«re. Man stellte zwar sogleich eine grosse Untersuchung an, komi«re aber den Thäter nicht heraus bringen. Er gieng hierauf nachWien und genoß an dem Kayserl. Hofe viele Gnade, wodurcher sich aber nicht nur den Neid verschiedener Kayserl. Mim«ster, sondern auch den Haß seiner Landeten« zuzog.
Man hält es zu Venedig für ein großes Staatsverbrechen,wenn ein gebohrner Unterthan sich mit auswärtigen Höfenin geheime Verbindungen einlasset. Dieftsbrachte auch demAbte Grimani das Ansehen eines Abtrünnigen zuwege, ob-gleich sonst die Republick Venedig mit dem Kayserl. Hofe ineinem genauen Bündnisse stehet. Seine Güter, die er indem Venctianischen Gebiete besaß, wurden eingezogen, under aller Vortheile, die er in seinem Vaterlande hoffen könn«re, beraubet. Meine er ließ sich dadurch nicht bewegen, vonseinen Verbindungen mit dem Kayserlichen Hose rmb demHause Oesterreich abzugehen.