iz8 XXXVH. Leben des Cardinals Gabrieli.
Im April 1724. starb zu Bologna ein Graf von Capra»ra, wobey es hieß, daß mit ihm der ganze männliche Grammseines Geschlechts erloschen und dessen hinterlassene einzigeTochter mir dieser Bedingung an einen, aus dem Hause Mon,kecuculi vermählet worden sey, daß er den GeschlechtsnamenCaprara führen solre. Wie nahe dieser mir dem Cardinal Ca«prara verwandt gewesen, ist mir unwissend.
Im Jahre 1725. kamen zu Lueca unter dem Namen desCardinals Caprara sogenannte Oscr/roM Kot-r /tomMcsin zweylomis ijt kolio heraus. Wenn er der Verfasser hier»von gewesen, gehört er unter die Cardinäle, die sich durchSchriften bekannt gemacht haben.
XXXVII.
Johannes Maria Gabrieli,
ein Anconiraner.
geb. 1654. Card. 1699. ? 1711.
ward den 10. Jan. 1654. zu Cikta di Castello , sonst
7?i5ernum genannt, einer.Stadk in der Anconitanischen
Marck, von armen , aber adelichen Eltern zur Weltgebohren. Man brachte ihn als einen Knaben nach Rom,wo er unter eines alten Vetters Aufsicht die ersten Grundsä»ze der lateinischen Sprache und anderer Schul - Wlssenschaf«ren lernte. Er bewieß einen solchen Fleiß , daß er in kurzenalle seine Mitschüler übertraf und sonderlich in der Logik undAristotelischen Philosophie so stark wurde, daß er mit Ruhmöffentlich disputiren konnte , ob er gleich noch sehr jung war.
In dem i7ten Jahre feines Alters trat er in den Cister»cienser» Orden, in welchem er es durch sein exemplarisches Le»ben und fleißiges Gludtren dahin brachte, daß, nachdem erbey seinem Orden von einem Amce zum andern gestiegen undsonderlich 20. Jahr Lector der Philosophie und Theologie ge»«eftn, er General feines Ordens wurde.
Er