XI^VIII. Leben des Cardinals von Eftrees. 195
«ich sich als Französischer au.sserordentlicher Abgesandter da«selbss befand. Die Mutter hieß Maria de Bethüne. Weiler nicht der älteste unter seinen Brudern war, wurde er demgeistlichen Stande gewidmet und daher von Jugend auf zuden gelehrten Wissenschaften gehalten, darinnen er es auchsehr weit brachte. Der bekannte Dockor der Sorbonne, Io,haun LaunojuS, war sein Lehrmeister. Er gelangte nach sei,nen vollendeten Studiis gar bald zu einigen guten Prabenden,wodurch er sich den Weg zu dem wichtigen Bißthnm jüLaonbahnte, das er 1,65z. erhielt, und dadurch die Qualität ei,nes geistl. Herzogs und Pairs von Frankreich kriegte.
Im Jahre 1672. schickte ihn der König als Gesandtennach Bauern, um den Churfürsten in dem damaligen Kriegebey der Neutralität zu erhalten, welches ihm auch ngch Wun,sche gelung. Weil er dem Könige in Portugal!, mit demer in Ansehung des Hauses Nemours in einiger Verwandt,schaft stunde, an dem Französischen Hofe einige gute Dienstegeleistet, schlug er ihn bey Elemente X. ss nachdrücklich zurCardinals, Würde für, daß er solche den 24. Aug. 1674. er,hielt. Er bekam den Priester. Titel St. Trinitaris in Mon,te Pincio und wohnte 1676. zum erstenmale dem Conclavibey, darinnen er Innocentium XI. erwählen half, woraufer 1677. die Protektion von Portugal! empfieng.
Er verließ nicht lange darauf die Stadt Rom und ke«gab sich an den Portugiesischen Hof, um die Hindernisse ausdem Wege zu räumen, die sich wegen der vorhabenden Hey«rath der dasigen Prinzeßin Ifabella Louyfe mir dem Herzogvon Savoyen hervor thaten, konnte aber nichts ausrichten,weil die ganze Heyrath hintertrieben wurde.
Im Jabre i6Zr. schickte ihn der König in Frankreichals außerordentlichen Gesandten nach Rom, die Srretcigkei,ren, die sich wegen der Regalien mit dem Päpstl. Hofe erbo,ben, beyzulegen. Nachdem er uncerwegens die gelehrte Ve,netianerin, Helenam Lucretiam Cornaro, gesprochen, die ihnMit einer schölten Rede in Spanischer, Französischer , Grie,chrfcher und Hebräischer Sprache, die sie ihm hernach schrifk,
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