Band 
Erster Theil, welcher ausser dem vorgesetzten Leben Clementis XI. 86 Cardinäle in sich begreift.
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n. Leben des Cardinals Spada. 221

Diese guten Eigenschaften würden ihm unfehlbar in demConclavi 1691. vortheilhaftig gewesen seyn, wenn er nur 12.bis 16. Jahre älter gewesen wäre. Jedoch wurde er gleichnicht Papst, so wurde er doch des neuen Papsts Inuocen,tu XU. oberster Staatsminister. Denn kaum hatte dieser denApostolischen Stuhl bestiegen, so erhob er den CardinalSpadazum Staatssecretair, welches die vornehmste Bedienung amPäpstl. Hofe ist. Der Papst trug zwar dieselbe anfangsdem Cardinal Altieri auf, weil ihm derselbe zu Erlangungder Päpstl. Würde sehr behulflich gewesen. Alleine weil ermit der Zeit selbst noch auf den Päpstl. Stuhl zu kommen Hof»te, schlug er diese Bedienung aus , und recommendirre dar,gegen seinen Verwandten, den Cardinal Spada , welcherdieselbe ohne Bedenken annahm. Alleine eben hierdurchbrachte er sich um alle Hoffnung, jemals zur Päpstl. Würdezu gelangen, weil demjenigen, der diese Charge bekleidet, vonallen Dingen, die zum Verdruß der Höfe und des Volks amPäpstl. Hofe vorfallen, die Schuld beygemeffen wird.

Auf solche Weife fiel Spada in den Haß des Kayserl.Hofs, als der Papst 1696. nicht nur den Frieden zwischenFrankreich und Savoyen, sondern auch die Neutralität inItalien zu Stande bringen half.

Der Kayserl. Gesandte zu Rom, Graf von Martinitz,mußte darauf 1697. ein Mandar an feinem Paläste anschla,gen, darinnen allen Kayserlichen Lehnsleuten in Italien beyStrafe der Confiscation auferlegt wurde, binnen drey Mo-nathen zu erweisen, wie sie zum Besitze ihrer Lehen gekommen.Der Papst wurde hierdurch wider den Kayfer dergestalt auf,gebracht, daß er durch ein Decret demselben alle Lehnsge,rechtigkeit im Kirchenstaate absprach. Wie nun der Cardi,nal Spada als StaatssecrerariuS, das meiste damals amPäpstlichen Hofe zu sagen haue, so fiel er zugleich selbst andem Kayserl. Hofe in die höchste Ungnade und hatte auf ein,Mal alle Hoffnung zur Päpstl. Würde verlohren. In Be«trachkung dessen wandte er sich ohne Bedenken auf die Fran«iösische Seite, da er die Frage an dem Päpstl. Hofe beant,Worten helfen sollte: wer nach des Königs Carolr II. von Spa,

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