1,1V. Leben des Cardinals Martelli. 22 Z
Dieser machte ihn nach seiner Erhebung zum Präfeccsder Stgnakura Iustiktä und Prorektor des Franciscaner Or-dens, zog ihn auch zu den geheimen Congregakionen , dieder Spanischen Succeßion halben angeordnet wurden, da ersich denn dem Hause Bourbon allezeit geneigt erwiest.
Den iy.Febr. 1710. trat er in die Ordnung der Cardi-nal «Bischöfe und empfieng das Bißlhum zu Palästrina. Manhat von dieser Zeit an nichts weiter von ihm vernommen, alsdaß er im Jahre 1713. das Secrekariak bey dem Heil Officisder Inquisition bekommen, welches ein sehr wichtiges Amkist. Er starb den iz.Iun. 1717. zu Rom im 7gsten Jahreseines Alters und 42sten seiner Cardinalswürde.
Seinem Charakter nach war er ein freundlicher Herr,gesprachsam und von einem schmeichelnden und einnehmendenWesen , dabey andächtig und aufrichtig , überhaupt aber ge-gen jedermann bescheiden, höflich und dienstfertig.
1,1V.
Franciscus Martelli,
ein Toscaner.
geb. r6zZ. Card. 1706. 17>7.
/Lr ward den 19. Jan. »6ZZ. zu Florenz aus einem Patri«ciat> Geschlechte gebohren. Sein Vater, Marcus Mar-teilt, war ein Senator daselbst, die Mutter aber hießLucrena Francechi. Nachdem er in seiner Vaterstadt einenGrund in den gelehrten Wissenschaften gelegt, erhielt er einCanonicat an der Cathedral» Kirche zu Florenz, das feineFamilie zu vergeben hatte, worauf er nach Pisa gieng , woer seine Studia vollendete und 1656. beyder Rechte Doktorwurde. Er gierig darauf nach Rom , und ward unter diePrälaten aufgenommen.
Im Iabre 1660. gab er fein Canonicak zu Florenz aufund ward oargegen Gouverneur zu Faenza. Im Jahre i66Z.
ward