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Erster Theil, welcher ausser dem vorgesetzten Leben Clementis XI. 86 Cardinäle in sich begreift.
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I/XII. Leben des Cardinals Acciajoli. 249

ebm Gelegenheit gab, aus der Ordnung der Priester in dieOrdnung der Cardinal »Brschöffe zu treten, nachdem er be-reits einige Jahre vorher die Ordnung der Diaconen verlas-sen hatte. Er gab sich darauf viel Mühe, die Gunst desKayserl. Abgesandkens, Grafens von Marrinitz, zu erlangen/weßhalben er sich bey aller Gelegenheit so ehrerbietig gegendenselben erzeigte, daß der Papst bewogen wurde , ihm sol-ches als etwas unanständiges zu verweisen.

Im Jahre 1700. wurde er nach des Cardinals Cibo TodeVice-Decanus des Cardinals «Collegii, welche Grelle bisherder Cardinal von Bouillon bekleidet harre, der nunmehrowü etlicher Decanus wurde. Bald darauf starb der Papst,da denn Niemand sich auf die Päpstl. Würde größere Hoff-nung machte, als Acciajoli, der aber nichts von den Intri,gnen wußte, die bereits in Ansehung des Cardinals Albanigespielt wurden. Er addreßtrte sich sowohl an die Abgesand-ten fremder Höfe, als an die Häupter der Facrionen; unddamit er destomehr Anhänger bekommen möchte / schloß erzwischen dem Vetter des Cardinals Bichi, seines Verwand-ten , und der Nichte der Cardinäle Rerli und Melltnt eineHeyrath, wodurch er sich schmeichelte, bey Zo. Stimmen irrdem Cardinals - Eollegio auf seine Seite zu bringen. Alleinedas Schicksal legte ihm so viele Hindernisse in den Weg, daßalle seine Hoffnung zu Grunde gicng.

Diese Hindernisse waren i) feine allzu frische und ge-sunde Leibesbeschaffenheit, die ihm ein langes Leben versprach;2) der Mangel an Cardinälen, die ihn in Vorschlag brachten;z) der Hochmuth seines damaligen Cammermeisters Marriani;4) die Ungunst des Großherzogs von Tsscana, der ihm nie,mals recht gewogen gewesen und ihn für einen stolzen und ei-gensinnigen Mann gehalten; z) der Ruhm, den er sich zuFerrara bey den dafigen Einwohnern erworben, worüber vieleCardinäle neidisch waren , und endlich 6) die nicht allzu guteAufführung seiner Nepoten und Angehörigen , deren er eineziemliche Anzahl gehabt. Mau Hai daher auf ihn das spitzigeSinngedichte gemacht: