2z8 I.XIV. Leben des Cardinals Tremouille.
Im Jahre 1714. fand sich der Cardinal von Bouillonzu Rom ein und nahm von neuem von der Würde einesDe-cani des heil. Collegii Besitz. Der Cardinal de la Tremonil-le sah sich genöthiget, ihm mir allem Glimpfe zu begegnen, ober ihm gleich bisher ausBefehl des Hofs gar sehr harre verfol-gen helfen; jedoch hürere er sich möglichst, mit demselben inGesellschaft zu kommen.
Im Jahre 171z. nahmen die Srreirigkeiren zwischen demPäpstl. Stuhle und dem Savoyischen Hofe wegen des Sici.lianischen Tribunals sehr überhand. Der Cardinal ließ sichernstlich angelegen seyn, einen Vergleich zu stiften. Er über-gab in dieser Absicht dem Cardinal Albani ein weirlauftkgesMemorial, darinnen er allerhand Vorschläge zu einem Ver-gleiche rhar, aber damit.nichts ausrichtete, weil der Päpstl.Hof im geringsten nichr nachgeben wollte. Und eben so gienges m der bekannten Constikurions - Streitigkeit, die dem Car-dinal de la Tremouille nicht wenig zu schaffen machte. Dennweil viele Französische Bischvffe und sonderlich der CardinalvonNoailles, als Erzbischof zu Paris, die Constitution durch-aus nicht annehmen wollten, auch der Hof selbst mit demVerfahren Des Päpstl. Smhls nicht zufrieden war, so hieltder Cardinal deßwegen mancheverdrießliche Unterredung mitdem Papste - wodurch er sich bey demselben nicht wenig ver-haßt machte, auch solchen bewog, den P. Fileopaldt, seinenvertrauten Freund, in den Bann zu thun.
Nicht lange darauf erhielt er die Nachricht von dem Ab-sterben des alten Königs Ludwigs XIV. wobey er zugleich vondem Herzoge von Orkans, der wahrend der Minderjährig-keit des jungen Königs zum Regenten des Reichs erklärt wor,den, ein neues Creditiv empfieng, darinnen er in seiner Ge-sandtschaft am Römischen Hofe bestätiget und ihm zugleich an-befohlen wurde, allen Fleiß anzuwenden , daß die bisherigenStreitigkeiten zwischen dem Savoyischen rmd Päpstlichen Ho-fe in der Güre beygelegt würden. Wenige Zeit hernach krieg-te er Befehl, dem Papste von des Cardinals von Noailles Er-hebung zum Präsidenten des Gewissens. Raths Nachricht zugeben, auch ihn um die baldige Entscheidung des über der