Band 
Erster Theil, welcher ausser dem vorgesetzten Leben Clementis XI. 86 Cardinäle in sich begreift.
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l^xxiir Leben des Cardinals Du BM 291

über keinen sonderlichen Asttheil an dek Staarshändlungen,weil sie meistens durch andeke Hände giengen; jedoch zog er?von allem, was vorgieng, gute Kundschaft ein/ konnte sichauch rühmen, daß er alle Arinehmlichkeiten ßon Großbrftan,nien hätte schmecken lernen.

Der Herzog von Orleans sowohl als nachgehends seil,Sohn, Verjünge Herzog, dessen Präcepkor er gewesen/ hak,ten ihn gerne bey dem Könige in mehrereS Ansehen gebracht.Allein weil sie selbst wenig Antheil an den RegierungSge«schäften hatten und daher mit ihren RecoMmendattonen be,hursam gehen mußten, blieb der Abt Du Bois immer hintangesetzt- Immitkelst bediente sich der junge Herzog von Or>keans seiner in allen Angelegenüeiken, und ließ ihn nicht leicht^lich aus den Augen, wenn er sich zuHauft beftrüd. ErmuWihm zu allen Dingen behulflich seyn undsich sogarzn den schänd,lichsten Kuppeleyen gebrauchen lassen. Wie et'seibst die grqß,ten Ausschweiffungen in der Wollust begieng- ss verschafte evauch dem Herzoge alle Gelegenheit, seinen undtdemlichen Beigierden ein Genüge zuthun; wie er sich denn so gar einsmalsverstellter Weise vcrheyrathete, um seinem wollüstigen Prin,jen dadurch die Person, auf die er seine Augen geworfen, irrdie Arme zu liefern.

War er aber des Herzogs von Orleans größer Confideme^so hatte erauch Gelegenheit, den großen Französischen Staats,cörper von innen und von aussen zu betrachten; und ober ibulgleich wahrend dem Leben des alten Königs nicht berührendurfte, lernte er ihn doch ziemlicher maßen kennen, wobey erGelegenheit kriegte, sich bey Hofe immer bekannter zu machen,wiewohl er von Niemanden sonderlich geachtet wurde. End»lich fieng man an, aüfseine Geschicklichkert einiges Vertrauenzu setzen. Man erlaübke ibm nicht nur, daß er den Mar«schall von Ußelles und den Abt von Polignaci^io. nach Hol,land begleiten und den Gertruydenbergischen Friedenshand,lungen beywobnen durfte, sondern er ward auch in gebeini1711. nach Engelland geschickt, da auf gleiche Weise, HerrPrior nach Paris kam, um daselbst dre gebcime Friedenshand«lung mit den Englischen Mtmstris einzufädeln.

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