Z 42 I-XXVU. Leben desCardinalsvon Sachsen.
zu Regenspurg und ließ geschehen, daß den 3. May Juno«cennus XIII. ohne sein Zuthun auf den Päbstl. Stuhl gesetztwurde.
Im Sommer 1722. reisete er abermal nach Wien undVon dar im Sept. nach Preßburg auf den Ungarischen Land«tag, welchem dießmal der Kayser in eigener Person beywohn«te. Das wichtigste, was damals auf solchem abgehandeltwurde , betraf die Erbfolge, welche in dem Hause Oesterreichauch auf die weiblichen Personen eptendirt wurde. Wegendes Rangs setzte es auf diesem Landtage verschiedene Jrrun,gen, weil die beyden anwesenden Cardinäle von Sachsen undCzacki nicht als blose Ungarische Magnaten, sondern alsCardinäle angesehen seyn wölken.
Im Jahre 1728. setzte es zu Regenspurg nicht wenigerZwistigkeiten wegen des CeremonielS, welches den Cardinalvon Sachsen so verdrüßlich machte, daß er beschloß, daSPrin«cipal. Commiffariat gar nieder zu legen. Allein da ihn nichtrmr der Kayser ersuchte, dieses Amt ferner zu führen, somdern er auch von dem Papste ein Breve erhielt, daß ihm solchesan seinen Präbenden in Ungarn nichts schaden solte, ließ ersichs gefallen, noch länger in Regenspurg zu bleiben. ZuEnde des Jahrs verließ der Prinz von Neustadt seinen Hof,an welchem er sich fast 9. Jahre befunden hatte, und wandtesich nachDreßden.
Im Jahre 1-724. vermeinte der Cardinal Bischoffzu Lütttich zu werden, daher er auch selbst der Bischofs «Wahl bey«wohnte, er gieng aber dabey leer aus, daher er sehrmißver«gnügr nach Regenspurg zurück kehrte, wo er auch seitdem be«ständig geblieben, ob er gleich noch in diesem Jahre das zwey«re Conclave erlebte. Es war aber sein Ende nicht weit mehrentfernt. Er fiel in eine Abzehrung, damit er verschiedeneMonate zubrachte. Im Julia 1725. kam er völlig zu liegen.Endlich starb er den 2z. Aug. frühe um 2. Uhr, nachdem erfünf Tage in einer so starken Ohnmacht gelegen, baß manihn für wirklich todt gehalten, auch deßhalben ein paar Tagezu zeitlich wegen feines Todes die Glocken geläutet hatte. Er