L.XXVM. LebendesCardinalsvon Giudice. Z45
gelegenheiten zu Rom erhielt, bis der König einen neuenAbgesandten ernennet hakte. Er kriegte hierdurch Gelegen«heil, seine Geschicklichkeit in Staats » Sachen sehen zu las,fen. Nachdem ihn der Herzog von Uzeda in der Gesandt«schaff abgelöset hatte, starb nicht lange darauf der Papst,woraus er zum andernmale in das Conclave gieng, darinnener itzo das Haupt der Spanischen Parthey war. Jedoch si>bald die Nachricht von dem Absterben des Königs Laroli II.von Spanien und der Thronbesteigung Philipp, V. in demConclave anlangte , theilte sich diese Parthey und der Card,«nal del Giudice war umer denen, die eö mir denen Französisch»gesinnten hielten.
Nach vollzogener Wahl gieng der blutige Spanische Snr«ceßions, Krieg an , wobey der Cardinal d'el Giudice mehr alszu deutlich merken ließ, daß er ein. eyfriger Anhänger desHauses Bourbon sey. Der Französisch - Spanische Hof er«kannte hieraus seine gute Gesinnung, und weil man einenVice, König in Gicilien brauchte, auf dessen Treue man sichzu verlassen hätte, ward er 1701. zu dieser wichtigen Stelleernennet- Er reifere den 20. Dek von Rom ab, nachdem erden i Zren vorher von dem Papste Abschied genommen, undlangte zu Anfange des folgenden Jahrs zu Palermo an, konreaber kaum verhüten, daß die Sicilianer nicht ausgleiche Weise,wie die Neapolitaner, einen Aufstand erregten. Den r.-Ocr.
1 170z. erhielt er auf die Ernennung Philippi V, das reiche
Erzbißkhnm zu Montreal in Gicilien, wobey er die Würdeeines Vice «Königs bis 1706. behielt, da er in solcher durchden Marquis von Bedmar abgelöset.wurde.
Er kehrte aksdenn wieder nach Rom, allwo er aber bald-hernach durch den neuen Oesterreichischen Vice-König inNeapolis, Grafen von Markinitz, alle seine Präbenden indiesem Königreiche verlohr. Im Jahre 1708. widerspracherder Päpstlichen Erkennung Königs Caroli III. in Spanrenmit großem Eyfer und empfieng dafür von Philippo V. dieWürde eines ParriarchenS von Indien. Sein Verdruß überdes Papsts Anssührrmg war 1 7 oy. so groß, daß er die StadtRom verließ und sich mir dem Herzoge von Uzeda nach Ge,
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