der Aegyptrer. 107
lieber durch einen Bewegnngsgrund der Eh-re, als durch dre Furcht der Strafen, inihrer Schuldigkeit erhalten.
Ich will deswegen nicht sagen, daß ganz'Aegypten kriegerisch gewesen sey. Washilfts, wenn man wohlgemusterte Völkerunterhalt ? Was hilft es, wenn man sie,zum Spiele, und unter den Bildern euresStreits, in den kriegerischen Bemühungenübet? Nichts, als ein wörtlicher Kriegund ein wahres Treffen , kann einen Solda-ten machen. Aegypten liebte den Frieden,denn es liebte die Gerechtigkeit, und es hat-te seine Soldaten nur zur Vertheidigung.Es war mit seinem Lande zufrieden, darumsich alles, im Ueberflusse, fand: drumließ es sich nicht gelüsten, neue Lander zu er-obern. Es breitete sich , auf eine andereArt, aus, wenn es in der ganzen Welt,Pflanzstadte, und, mit diesen, die Artigkeitund die Gesetze, aufrichtete. Es regierte,durch die Klugheit seiner Rathschläge, unddurch eine Einsicht, die aller anderer ihreÜbertraff. Und dieses Reich der Vernunftschien ihm viel edler und rühmlicher, alsdasjenige, welches man, durch die Waffen,aufrichtet.? Unterdessen sind doch berühmteVölkerbezwinger daher gekommen, von de-nen wir Hernachmals reden wollen, wenn