Band 
Erster Theil.
JPEG-Download
 

der Carthaginenser. 221

dieser hingegen glaubet, aus blinderSchwachheit, alles. Die Gottlosigkeit,damit sie nur ein Joch und eine Furcht, diesie allzusehr im Zaume halt, abwerfen mö-ge, läugnet, daß Götter seyen: Der Aber-glaube , damit er sein Schrecken beruhigenmöge, schmiedet sich Götter, nach seinemEigensinne die nicht nur Freunde, sondernso gar Beschützer und Muster der häßlich-sten Verbrechen sind. Wäre es nicht bes-ser gewesen, saget er ferner, wennCartha-go, gleich anfangs einen Critias, einen AmDiagoras, die öffentliche Atheisten wa-ren, und sich auch vor nichts anders aus-gaben, zu Gesetzgebern angenommen hät-te , als daß es eine so wunderliche undverkehrte Religion annahm ? Hätten wohldie offenbaren Feinde der Götter, die Ty-phonen und Riesen, wenn sie über denHimmel gesieget hätten, abscheulichere O-pfer, aufErden, einführen können?

Sehet! das hielt ein Heyde von demGottesdienste der Carthaginenstr, den wirerzehlet haben. Und man sollte würklichdas menschliche Geschlecht einer so außeror-dentlichen Wahnsinnigkeit und Raserey,mehr fähig halten. An sich selbst sind deManschen nicht geneigt , alles gänzlich um-zustoßen, was die Natur am heiligsten hat,

zu-