z6 Von griechischen Poeten.
allergeschicktesten Lehrem unter denHeydenunterrichtet worden. Er hatte mit beson-drer Aufmerksamkeit alle alte Dichter gele-sen, und man findet hiervon so gar in sei-nen prosaischen Werken emige Spuren.Allein er war damit zufrieden, daß er ausdiesen Schriften einen guten Geschmack er-hielt, und die feinsten Schönheiten dersel-ben eingesehen und gefühlt hatte, und führ-te niemahls in den seinigen eine einzigeheydnische Gottheit ein. Diese Gotthei-ten sind auch erst viele Jahrhunderte dar-darnach in die Gedichte wieder eingeführtworden. Soll dasjenige, was in den schö-nen Zeiten der Kirche unrecht und verbotenwar, zu unsern jetzigen Zeiten erlaubt seyn?Indem Ich habe diese Materie an einem andern»e?Orte sehr weitläuftig abgehandelt,dandtuns Zur Ehre der Dichtkunst und der Poe-ten darf ich die Eudocia, die Tochter desSophisten Lconllus, eines Atheniensers,nicht übergehen, welche, ehe sie eine Chri-stinn ward, und den Kayser Theodosiusden jüngern geheyrathet hatte, Athenaishieß. Sie hatte von ihrem Vater einevormfliche Erziehung erhalten, und wardadurch aanz besonders geschickt geworden.Sie besaß bey einer ganz außerordentlichenSchönheit des Gesichts eine noch weit grös-