! Von lateinischen Poeten. 187
j „seinen Müßiggang einen grossen Nahmen.
! „Gleichwohl hielt man ihn nicht für einen„liederlichen Menschen, und für einen Ver-schwender, wre diejenigen, welche sich durch' „närrische Ausschweifungen, in denen nicht„der geringste Geschmack herrscht, ins Unglück„stürzen, sondern für einen feinen und witzi-! „gen Schwelgen Alle seine Reden und' „Handlungen gefielen um desto mehr, weil, „sie eme gewisse Nachläßigkeit zeigten, rvels
> „che völlrg natürlich schien, und alle An-nehmlichkeiten einer ungezwungenen Offen-„herzlgkeit an, sich hatte. Gleichwohl zeigte„er, als Proconsul in Bithymen, und bald
j „darauf Consul ward, daß er zu den wich-„tigsten Ehrenstellen fähig war. Als er
> „hierauf entweder aus Neigung, oder auch„aus Staatsursachen, weil der Fürst die„Ausschweifungen liebte, wieder in seine„Wollüste verfiel, ward er einer von seinen„vornehmsten Vertrauten. Eben er hatte„über alle Ergetzlichkeiten des Nero die„Aufsicht, und alle Arten des Vergnügens,„welche Petron nicht gebilliget hatte, ka--„men dem Nero verdrießlich und abge-schmackt vor. Daher entstand der Neid„des Tigelius wider ihn, als wider einen„gefährlichen Nebenbuhler, der denTigeliN„in der Wissenschaft der Wollüste übertraf,,.