Band 
Zwölfter Theil.
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278 Von griechischen ^

In Ansehung der Schreibart, deren sich ^so wohl der griechische als auch der lateini-sche Geschichtschreiber bey Verfertigung ih- ^rer Werke bedient haben, läßt es der P. leJay bey dem Ausspruche des HeinrichStephans bewenden: „Daß nehmllch die„römische Historie nicht besser hatte können„geschrieben werden, als sie Dionysms von„Halicarnaß im Griechischen, und Tims„Livius im Lateinischen verfertiget hätten.

Ich meineStheilö bin gar nicht gesonnen,dieses Urtheil, wodurch Dionysms von Ha-licarnaß und Titus Livius auf gewisse Arteinander gleichgeachtet, und, in Ansehungder Schreibart, in eine Reyhe gesetzt werden,zu unterschreiben. Ich finde in diesem Stü-cke einen unendlichen Unter fcheidlunter ihnen.Bey dem lateinischen Schriftsteller sind alleBeschreibungen, Bilder und Reden vollkom-men schön, edel, groß, stark und lebhaft:Bey dem Griechen hingegen ist alles, in Ver-gleichung mit dem erstem, schwach, weitläuf-ig und matt. Ich wollte wünschen, daßmir die Gränzen meines Werks erlaubten,eine von den schönsten Geschichten aus deralten römischen Historie, nehmlich den Kampf !der Horazier und Curiazier hier einzurü-cken, und die beyden Erzählungen davon miteinander zu vergleichen. Bey dem Titus

Livius