Geschichtschreibern. 297
gnügen daraus, den Lectionen der grossenj Philosophen und Rhetorn, welche in eini-gen Ansehen standen, beyzuwohnen. Manl kann aus dem, was Plutarch selbst in! seiner Abhandlung von der Neugier sagt,von dem Elfer und von der Aufmerksamkeiturtheilen, womit man diese öffentlichen
> Reden des Plutarchs anhörte. "Ale ich,
I „spricht er, einsmahls zu Rom öffentlich re-dete, war Arulmus Rusticus, wel-
I „chen Domitian nach der Zeit, aus Miß-gunst gegen seinen Ruhm, umbringen ließ,„unter der Anzahl meiner Zuhörer. Gleich„da ich mitten in meiner Rede war, trat„ein Officier herein, und überreichte ihm ei-gen Brief von dem Kayser. (vermuthlichj „von dem Vespasian.) Hierauf fieng ein„gemeines Stillschweigen in der Versamm-
> „lung zu herrschen an, und ich hielt innen,l „um ihm Zeit zu lassen, seinen Brief zu
„lesen. Allein er weigerte sich, dieses zu„thun, und öffnete seinen Brief nicht eher,„als bis ich fertig war, und die Versamm-lung beurlaubet hatte." Vielleicht hießdieses die Hochachtung für einen Rednerein wenig zu hoch treiben. Ein Fehler,der eben nicht oft vorkömmt, und auseinem sehr löblichen Grundsätze herstießt.