Band 
Zwölfter Theil.
JPEG-Download
 

Geschichtschreibern. W

„das Laster liebenswürdig machen, und„woraus sie sich selbst allezeit mehr machte,„als aus der Tugend und Wohlanständig-„keit ihres Geschlechts. Es war nicht„leicht auszumachen, ob sie ihr Geld oder„ihren guten Nahmen weniger schonte.„Sie hatte einen einnehmenden Witz, mach-te mit ziemlicher Fertigkeit Verse, und be-„saß die Gabe zu scherzen. Sie mochte„ernsthaft, zärtlich oder ftey in ihrem Um-„gange seyn: So konnte sie ihre Reden dre-„hen, wie sie wollte; Aber in allem, was„sie vorbrachte, war viel Salz und Am„muth.

Man hat noch viel andere unvergleichli-che Stellen in dem Salluftius, sonderlichwenn er die alten Sitten der Republik mitden Sitten seiner Zeit vergleicht. Wenn1 er, wie er sehr oft thut, wider die Schwel-gerey, wider die Ausschweifungen, und wi-der andre Laster seiner Zeit, mit einer ge-wissen Hitze redet: So sollte man ihn fürden ehrlichsten Mann von der Welt halten.Allein man muß sich dadurch nicht verblen-den lassen. Seme Lebensart war so unor-dentlich, daß er von den Censoren aus demRathe gejagt wurde.

Ausser den Kriegen des Catilina und desJuguttha hatte Salluftiuö noch eine all-

gemei-