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ein grosses Lob ist. Er zeigt dabey die sanf-te und Messende Schreibart seiner Erzählun-gen, und die unüberwindliche Beredsamkeit ^seiner Reden, rvo der Charakter der Perso-nen, welche daselbst reden, mit der größtenRichtigkeit beobachtet ist, und wo die Lei-denschaften, besonders aber die sanften undzärtlichen, mit einer recht wnnderbahrenKunst angegriffen werden. Gleichwohl hates TitllsLiVius durch alles, was er gethanhat, nicht weiter bringen können, als daß ersich, durch ganz verschiedne Eigenschaften,eben den unsterblichen Ruhm erworben, wel-chen Sallustius durch seine unnachahmlicheKürze erhalten hat: Denn man sagt mitdem größten Rechte, daß diese beyden Ge-schichtschreiber einander eher gleich, als ähn-lich sind: pare8 ma§i8,Huam iimües.
Man darf aber nicht glauben, als obTitus LiVius den Ruhm, der durch so vieleJahrhunderte gedauert hat, blos seinerBeredsamkeit, oder der Schönheit und An-muth seiner Erzählung zu verdanken hätte.
Er hat sich durch seine Aufrichtigkeit eben soschätzbar gemacht: Eine so nöthige und sooft vermißte Tugend an einem Geschicht-schreiber. Weder die Furcht, den Mächti-gen seiner Zert zu mißfallen, noch die Be-gierde, ihnen zu schmeicheln, haben ihn ver-hindert,