Band 
Zwölfter Theil.
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' Geschichtschreibern. Z79

beynahe überall das menschliche Herz zu. durchsuchen, und die verborgensten Winkel! desselben auszuspähen, seine Gedanken undl, Muthmaßungen für wirkliche Dinge aus-! giebt, den Menschen oft Absichten zuschreibt,j die sie nicht haben, und ihnen Projecte an-^ dichtet, an welche sie niemals denken?

! Sallustius unterlaßt nicht, auch in seine! Historie politische Anmerkungen einzustreuen,allein er thut es mit grösserer Kunst undI mit mehr Bescheidenheit, und macht sich da-durch weniger verdächtig. Es scheint, al§ob Tacitus in seiner Historie der Kayserweit aufmerksamer wäre, das Böse kenntlich» zu machen, als das Gute zu zeigen. Dieseskömmt vielleicht daher, daß alle diejenigen,l deren Leben wir haben, böse Fürsten gewer^ sen sind. '

, Was die Schreibart des Tacitus betrifft:

I So kann man nicht läugnen, daß sie dunkel^ ist. Er ist so gar bisweilen hart, und hatj nicht die völlige Reinigkeit der guten lateini-^ fchen Schriftsteller. Er versteht aber dieKunst vortrefiich, viele Gedanken in wenigWorte zu bringen, wodurch sein Ausdruckeine besondere Stärke, Kraft und Lebhaftig-keit erhält. Er ist auch vortrefiich, die Ge-genstände bisweilen ganz kurz, bisweilenquch etwas vollständiger, allezeit aber mit

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